Archiv für 'Kommunikation & Sprache'Kategorie

Mit Sprache führen

8. Oktober 2009

2 Personen

Seit frühester Kindheit sind wir mit der Sprache und ihren vielfältigen Möglichkeiten vertraut. Wir benutzen sie täglich mit Erfolg. Und doch machen wir uns oft wenig Gedanken darüber, welche Wirkungen wir erzielen. Denken Sie an folgende Punkte, wenn Sie mit Sprache bewusst führen wollen:

  • Sprache ist Wirklichkeitsdeutung. Wann immer Sie Ihr persönliches Erleben in Sprache fassen, erschaffen Sie Ihre individuelle Perspektive auf das, was wir Wirklichkeit nennen.
  • Sprache ist eine der wichtigsten Form des Handelns. Das von Ihnen in Sprache entwickelte Bild der Realität wirkt auf Ihr eigenes Handeln und natürlich auch auf das der anderen ein.
  • Sprache ist das wichtigste Medium des Führens. Mit Sprache können Sie Handlungshorizonte erschließen, motivieren und Verantwortung fördern. Sie können aber auch Spielräume einschränken und Unlust sowie Resignation erzeugen.

Prüfen Sie doch eine Weile bewusst, wie Sie Wirklichkeitsbilder erzeugen und damit sich selbst und andere zu Bewertungen, Einstellungen und Handlungen anregen. Checken Sie auch, ob es produktivere Alternativen zu Ihren bisherigen Sichtweisen gib.

Natürlich können Sie auch noch mehr über Sprache und ihre vielfältigen Möglichkeiten lernen. Insbesondere im NLP und Coaching finden Sie zahlreiche Anregungen und Methoden zur wirkungsvollen Kommunikation.

Ich-Botschaften senden

2. Juni 2009

Mit dem Finger auf andere zu zeigen – das wissen wir seit unserer Kindheit – gilt als ein Akt der Unhöflichkeit. Doch in der Kommunikation ist es alltäglich, in Form einer „Du-Botschaft“ direkt auf den anderen zu verweisen.

Probieren Sie doch alternativ, klare Ich-Botschaften zu formulieren. Eine Ich-Botschaft bringt Ihre Beobachtungen und Erwartungen zum Ausdruck. Dadurch ermöglicht sie es Ihrem Gegenüber, aus der eigenen Warte Stellung zu beziehen.

Eine Du-Botschaft dagegen übermittelt Urteile, Aufforderungen und Kritik. So ist der Empfänger Ihrer Botschaft bereits in die Pflicht, bevor er Ihre Beweggründe kennt.

Kein Wunder also, dass Menschen auf  Du-Botschaften oft mit Ablehnung reagieren und ein Konflikt oder Steit entbrennt.

Woraus eine klare Ich-Botschaft besteht?

  • Sie beschreibt bewertungsfrei, was Sie beobachtet haben bzw. worauf Sie reagieren.
  • Sie formuliert die Konsequenz für Sie selbst und das Empfinden, das dadurch ausgelöst worden ist.
  • Sie bringt auf den Punkt, was Sie sich vom anderen zukünftig wünschen.

Lassen Sie sich davon überraschen, wie viel Klarheit Sie über Ihre eigenen Botschaften erlangen und wie Ihr Gegenüber diese Klarheit honoriert.

Einen guten Rahmen finden

16. Dezember 2008

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Denken Sie an ein Bild. Ein wesentlicher Teil seiner Wirkung beruht auf dem gewählten Rahmen. Nicht anders verhält es sich mit persönlichen Themen. Je nach Kontext  kann eine Begebenheit, ein Verhalten oder ein Gedanke fruchtbar oder störend sein. Warum also nicht auch bei persönlichen Themen einfach einen günstigen Rahmen wählen?

Stellen Sie sich beispielsweise vor, wie Ihnen in der Hektik des Tages ein kleines Missgeschick passiert. Im engen Rahmen des Geschehens Grund genug, ärgerlich zu sein.

Was passiert mit Ihrem Ärger, wenn Sie das Ereignis in einen viel größeren Rahmen, vielleicht den eines ganzen Monats oder Jahres, stellen? So wichtig ist das Missgeschick dann vielleicht auch wieder nicht.

Anstatt eines größeren Rahmens könnten Sie auch einen lustigen Rahmen wählen. Wie geht es Ihnen, wenn Sie das Geschehen mit Komik oder Humor umrahmen?

Ihren Rahmungskünsten sind keine Grenzen gesetzt. Gibt es eine Rahmenfarbe, die das Geschehen in ein neues Licht tauchen kann? Ein sanftes Rosa, das Ihr Gemüt beruhigt? Probieren Sie einfach aus, welche Rahmungstechnik Ihnen am besten gefällt.

Mit Fragen führen

20. November 2008

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Wer fragt, der führt. So eine wichtige Faustregel der beruflichen Kommunikation. Der Führungs-Alltag sieht jedoch zumeist anders aus. Überprüfen Sie für sich selbst: Bieten Sie lieber eigene Antworten an oder üben Sie sich in der Kunst, Menschen durch gezielte Fragen zu Ihren eigenen Lösungsideen zu führen?

Die Methode ist einfach und leicht erlernbar: Wer Menschen Fragen stellt, regt sie zum Nachdenken und Finden eigener Lösungen an. Vorausgesetzt, die Fragen sind offen gestellt, also nicht mit einem einfachen Ja oder Nein zu beantworten:

  • Wie wollen Sie vorgehen?
  • Welchen ersten Lösungsschritt schlagen Sie vor?
  • Was erscheint Ihnen dabei als besonders wichtig?

Offene Fragen appelieren an die Eigenverantwortung des Befragten und stärken seine Kompetenz. Wer eigene Lösungen findet, dessen Selbstständigkeit wächst. Umgekehrt kann der Führenden von einem größeren kreativer Freiraum für die Lösung eigener Aufgaben profitieren.

Warum diese einfache Methode in der Praxis noch nicht so verbreitet ist?

Einige scheuen den Zeitaufwand, der zunächst mit der Fragemethode verbunden ist. Andere verlieren schon mal die Lösungskompetenz des Mitarbeiters aus dem Auge. Und viele verstehen es einfach als Führungsverpflichtung, den Mitarbeiter durch fertige Antworten von der eigenen Sachkomptenz zu überzeugen.

Und Sie? Für welche Führungsmethode entscheiden Sie sich? Welcher Nutzen der Methode steht für Sie im Vordergrund?

Die richtigen vier Fragen stellen

19. Juni 2008

„Entweder man klammert sich an seine Gedanken“, so Byron Katie,“oder man überprüft sie. Es gibt keine andere Möglichkeit.“ Mit vier einfachen Fragen unterstützt sie Menschen dabei, zu einer neuen Denkweise über ihre Probleme zu kommen.

Byron Katies These in „Lieben was ist. Wie vier Fragen Ihr Leben verändern können“: Wie auch immer Sie eine Situation bewerten – die Verantwortung für diese Sichtweise liegt ganz bei Ihnen selbst. Ihr Lösungsweg: Vier Fragen zu Ihrem Problem, die Sie konsequent zur Übernahme der eigenen Verantwortung führen.

Die erste und zweite Frage : „Ist das wahr?“ – „Können Sie absolut sicher wissen, dass das wahr ist?“

Sollten Sie nicht mit einem klaren „Ja“ antworten können, gilt es, den eigenen Gedanken zum Problem zumindest in Frage zu stellen.

Die dritte Frage: „Wie reagieren Sie auf diesen Gedanken?“

Diese Frage verdeutlicht Ihnen schnell, welche Folgen es für Ihr Handeln hat, so und nicht anders über die Situation zu nachzudenken. Trägt nicht Ihr Gedanke genau zu dem Problem bei, das Sie eigentlich gelöst wissen wollen?

Die vierte Frage: „Wer wären Sie ohne diesen Gedanken?“ – Und die Aufforderung, Ihre Problemformulierung umzukehren.

Mit der vierten Frage eröffnen Sie sich neue Denk- und Handlungsspielräume jenseits des zunächst von Ihnen beschriebenen Problems.

Und mit der Umkehrung der Problemformulierung vielleicht eine ganz konkrete Handlungsaufforderung an sich selbst: Nicht der andere, sondern Sie sind gefordert, auf eine neue Art zu denken oder zu agieren.

Byron Katies Fragen sind eine hervorragende Ergänzung der klassischen Metafragen, die NLP´ler zum Hinterfragen von Glaubenssätzen und Überzeugungen verwenden. Für (Noch-)Nicht-NLP´ler sind sie ein leicht zugänglicher Einstieg in eine Denkweise, die Eigenverantwortung konsequent in den Mittelpunkt stellt.

Kommunikation in Fluss bringen

5. September 2007

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Kommunikation klingt einfach. Außer Sprache, so scheint es, gehört nicht viel dazu. Doch unsere Alltagserfahrungen in Privatleben und Beruf zeigen, dass wir immer wieder in Situationen geraten, in denen die Verständigung mit unseren Mitmenschen nur unzureichend gelingt.

Die Ergebnisse erfolgloser Kommunikation sind vielfältig: Missverständnisse und Missstimmungen, ausbleibende Anerkennung und nicht zuletzt Streit gehören dazu. Aus diesem Grund suchen viele Menschen nach geeignetem Handwerkszeug, um ihre Kommunikation in Fluss zu bringen.

Sie probieren beispielsweise Präsentations- und Rhetorikseminare, Körperspracheseminare, Konfliktmanagementkurse oder auch Trainings zu Kritikgesprächen aus. Oft mit dem Effekt, dass Kommunikation ihnen noch komplizierter und anspruchsvoller als zuvor erscheint.

Kein Wunder, denn gelungene Kommunikation ist mehr als das Einhalten von Regeln im Kontakt mit anderen. Kommunikation ist vor allem die Fähigkeit, mit sich und mit anderen in Verbindung zu sein. Nur eine gute Wahrnehmung für die eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche sowie Sensibilität für den Gesprächspartner führen zu wechselseitigem Verständnis und wirkungsvollem Austausch.

Doch wie können Sie die Wahrnehmungsfähigkeit für sich selbst und andere erhöhen?

Der wichtigste Schritt dazu ist der bewusste Umgang mit den Sinnen. Was sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken Sie in bestimmten Situationen? Wenn Sie Ihren Sinneseindrücken bewusst und achtsam nachgehen, nehmen Sie mehr von sich selbst und Ihren Mitmenschen wahr.

Denken Sie beispielsweise an typische „Jein“-Situationen in Ihrem Leben. Sie wollen und Sie wollen zugleich nicht. „Jein-Situationen“ sind die ideale Basis für einen kommunikativen Konflikt. Gelungene Verständigung setzt also eine aufmerksame Wahrnehmung und anschließende Klärung der eigenen widerstreitenden Gefühle und Absichten voraus.

Diese Regel gilt auch für Ihren Umgang mit Gesprächspartnern. Wenn Sie bei der Formulierung Ihres Anliegens bewusst auf die (körper-)sprachlichen Signale Ihres Gegenübers achten – genau hinsehen, -hören und -fühlen – wird es Ihnen leichter fallen, ein „Nein“, „Jein“ oder vielleicht auch „Ja“ wahrzunehmen und richtig zu reagieren.

Wirkungsvolle Kommunikation heißt also in erster Linie, innere Prozesse, nach außen gerichtetes Handeln und Umwelt in Einklang zu bringen. Wenn Sie über eine klare innere und äußere Wahrnehmung verfügen, finden Sie die richtigen Worte und Ihre (Körper-)Sprache erreicht Ihr Ziel.