Archiv für 'Persönlichkeit & Persönlichkeitsentwicklung'Kategorie

Wie Worte Wirklichkeit werden

3. Januar 2012

“Achte auf Deine Worte, denn sie werden Wirklichkeit.” Der Coach Joachim Schaffer-Suchomel hat zusammen mit Klaus Krebs in Du bist, was Du sagst unsere Sprache und die durch sie offenbarten Lebenseinstellungen untersucht. Denn Begriffe sind keine Beschreibungen der Realität, sondern, so seine  Formulierung, “Griffe” mit denen wir das Leben “be-greifbar” machen.

So gibt der Griff nach einem Wort Sicherheit und Richtung. Mit Sprache  erhalten unsere Gedanken und, daran anschließend, unsere Handlungen eine Form. Die Kehrseite: Die Bereitschaft zu alternativen Sichtweisen der Wirklichkeit nimmt ab. Ein Wort oder Ausdruck kann so einengend und mächtig werden, dass es selbst zur Wirklichkeit wird.

Ein Beispiel: Vielleicht glauben Sie, in einer bestimmten Situation “mit dem Rücken an der Wand” zu stehen. Kulturell und auch für Sie persönlich signalisiert dieser Ausdruck Auswegslosigkeit. Sie fühlen sich wie gelähmt.

Schaffer-Suchomels Anregung: Ändern Sie den Blickwinkel. Wenn Sie mit dem Rücken zur Wand stehen, sind Sie von hinten gestützt und haben nach vorne Handlungsspielraum. Zwar gehört Mut zum Agieren. Doch was spricht gegen die “Flucht nach vorn”?

Du bist, was Du sagst ist eine unterhaltsame Anregung für alle, die sowohl ihre eigene Sprache als auch der anderen reflektieren möchten. Insbesondere Coachs sensibilisieren mit diesem Buch ihr Feingefühl für die Nuancen der Sprache und die unendliche Vielfalt an Lösungen, die sie bereit halten kann.

Mit Werten verändern

1. September 2011

Werte verändern die Welt. Das zeigen Don E. Beck und Christopher C. Cowan mit  Spyral Dynamics, einer Weiterentwicklung des Konzepts biosozialer Systeme von Clare W. Graves. Der Kern des Modells: Werte bestimmen die Weltsicht der Menschen und damit die Art und Weise, wie sie Probleme bewältigen. 

Jedes Wertesystem entwickelt sich aus dem Zusammenwirken von Lebensumständen und Problemen sowie entsprechender Lösungsstrategien. Innovative Lösungsstrategien ermöglichen die Bewältigung neugearteter Herausforderungen. Neue Herausforderungen wiederum erfordern aktualisierte Lösungsideen.

Das Spyral Dynamics-Modell zeigt, wie sich Werte, Überzeugungen und Welt-Konzepte evolutionär weiterentwickeln und aufeinander aufbauende und zugleich verschiedene Wertesysteme bilden. Beck und Cowan stimmen mit Graves in der Identifikation von bislang acht Wertesystemen überein.

Das Besondere der jüngsten zwei Werteysteme: Die Weltsicht der Menschen wird immer systemischer und zugleich holistischer. Wer diese Werteebenen erreicht hat, kann im Sinne eines Lernens zweiter Ordnung über sich selbst und die anderen Wertesysteme reflektieren.

Kurz und gut: Die Welt verändern heißt im Sinne von Spyral Dynamics vor allem, die eigenen Werte zu verändern.

Mit Fragen spiegeln oder erweitern

1. Juli 2011

Wer fragt, der führt. Und wer führt, braucht das Wissen wohin. Umso wichtiger, die Dynamik unterschiedlicher Fragen zu verstehen. Wie setzen Sie geschlossene und offene Fragen zielführend ein?

Eine geschlossene Frage ist so formuliert, dass als korrekte Antwort entweder ein “ja” oder ein “nein” , allenfalls Unentschlossenheit zwischen zwei Optionen zu erwarten ist.  “Nehmen Sie an der Veranstaltung teil?” Sie eignet sich daher besonders, um klar und knapp eine Bestätigung oder Zustimmung beziehungsweise das Gegenteil davon zu erlangen.

Ein weiterer Nutzen: Mit geschlossenen Fragen können Sie die Aussage Ihres Gegenübers sprachlich spiegeln und feststellen, ob sie ihn richtig verstanden haben. “Sie glauben also, dass wir nicht genug Zeit für die Fertigstellung des Projekts eingeplant haben?”

Wundern Sie sich allerdings nicht, wenn ihr Gegenüber dann Ihrer fast wörtlichen Wiederholung seiner eigenen Aussage widerspricht. “Nein, das würde ich so nicht sagen.” Durch Ihr bewusstes Spiegeln hat er in diesem Moment sein eigenes Denken schon weiterentwickelt oder präzisiert.

Eine offene Frage lädt dagegen zu einer ausführlichen Beantwortung ein. “Wie läuft Ihr aktuelles Projekt?” Diese Art Frage kann viele interessante Details liefern und zeigen, in welche Richtung der Befragte seine Gedanken lenkt.

Offene Fragen tragen darüber hinaus zur Erweiterung von Denkperspektiven bei. Und eine klug gestellte offene Fragen regt Lern- und Zielentwicklungsprozesse an.”Welche Ziele verbinden Sie mit diesem Projekt und wie reihen sich diese in Ihre langfristige Strategie ein?”

Fangen Sie an, mit Fragen zu spielen. Ihr Gegenüber freut sich über Ihr Interesse und honoriert die Anregungen, die Ihre Fragen ihm bieten.

Das Gehirn optimal nutzen

5. Juli 2010

“Ihr Gehirn wird so, wie Sie es benutzen”. Umso wichtiger, ein informierter Gehirnbenutzer zu sein. Und noch wichtiger für den Coach, die Wirkfaktoren für Veränderung im Gehirn zu kennen.

Literatur zur Neuro-Biologie gibt es reichlich. Inzwischen auch in einer Sprache, die allgemeinverständlich ist. Mit Change. Bewegung im Kopf hat der NLP-Coach Constantin Sander jetzt ein Buch geschrieben, das insbesondere Coachs und Trainer bei ihrer Arbeit unterstützt.

Denn er nutzt neurobiologisches Wissen, um die Grundlagen für Veränderungsprozesse beim Menschen praxisorientiert zu erklären. Vor diesem Hintergrund prüft er gängige Trainings- und Coachingkonzepte auf ihre Tragfähigkeit und gibt anschauliche Hinweise, wie es uns gelingen kann, systemisches Denken in den Alltag zu integrieren.

Systemisch ist auch sein Modell zur Darstellung der Wechselwirkungen zwischen Körper und Geist. Das Fazit: Seien Sie beweglich, sowohl mental als auch körperlich.

Eigene Ressourcen erkennen

16. Juni 2010

Eine zentrale Vorannahme des NLP lautet: “Menschen verfügen über alle Ressourcen, die sich brauchen.” Was macht es dann in einigen Fällen so schwer, die passenden Ressourcen für das gesetzte Ziel zu mobilisieren? Und was können Sie tun, um eigene Ressourcen zu erkennen?

Menschen sind in der Lage, eine Vielzahl an Ressourcen genau im richtigen Kontext zu aktivieren. So nutzen wir zum Beispiel in der Rolle als Freund andere Fähigkeiten als in der des Bekannten. Ein sinnvolles Vorgehen, um mit unseren Energien ökonomisch umzugehen.

Doch manchmal verschließen wir uns genau durch diese Betrachtungsweise den Zugriff auf Ressourcen, die in auch in anderen Lebensbereichen dienlich sein könnten.  Ein engagierter und erfolgreicher Sportler kann dann klagen, auf seinem Berufsweg ganz “ohne Biss” zu sein.

Wenn Sie also für das Erreichen Ihres Ziels nach Ressourcen suchen, dann fragen Sie doch einfach, in welchen Lebensbereichen Sie die gewünschten Fähigkeiten oder Gaben bereits erfolgreich leben. Dann wird es Ihnen leicht fallen,  genau diese Eigenschaften auch für das Ziel zu mobilisieren.

Weiche Kompetenzen entwickeln

5. April 2010

In “Organisation 2015” beleuchtet die Boston Consulting Group, welche Herausforderungen auf die Organisation der Zukunft warten.

In der Studie werden über 1.000 deutsche, schweizerische und östereichische Führungkräfte nach den momentanen und zukünftigen Faktoren für Unternehmenserfolg befragt.

Das überraschende Ergebnis: Weiche Themen wie Führung, Performance-Management, Mitarbeitermotivation und Unternehmenskultur rücken stark in den Fokus.

Bereits heute gewichten die Befragten den Einfluss der Soft Skills auf die Performance größer als den der so genannten harten Faktoren. Auf lange Sicht,  so ihre Überzeugung, werden die weichen Kompetenzen über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens entscheiden.

Ein eindeutiger Hinweis darauf, dass es sich lohnt, die eigene Persönlichkeit zu entwickeln und in Kommunikationsskills  zu investieren.

Die passende Zielgröße finden

2. Dezember 2009

In der gängigen Selbstmanagement-Literatur erfahren Sie, dass ein Ziel möglichst konkret und spezifisch formuliert sein soll. Doch für die wesentlichen Ziele im Leben kann genau die umgekehrte Vorgehensweise sinnvoll sein.

Wie Sie die passende Zielgröße finden? Entscheiden Sie, ob es sich bei Ihrem Ziel um ein Lebens-Ziel oder ein Etappen-Ziel handelt.

Lebens-Ziele sind global formuliert und drücken – oft in Form von Werten – Ihre Lebensidee aus. “Ich lebe frei” bringt zum Beispiel eine solche Idee auf den Punkt. Sie regt Sie zur persönlichen Weiterentwicklung an und dient Ihnen in allen Lebenslagen als Orientierung und Entscheidungsgrundlage.

Ein konkretes Ziel dagegen markiert eine Etappe auf dem Weg zur Verwirklichung eines Lebens-Ziels. Mit ihm legen Sie möglichst exakt fest, was Sie bis zum gewählten Stichtag erreichen wollen. “Bis Dezember 2009  schließe ich meine nebenberufliche Ausbildung ab” könnte beispielsweise ein Etappenziel auf dem Weg zum freien Leben sein.

Sie sehen: Für den Erfolg brauchen Sie beide Zielgrößen. Ein stimmiges Lebens-Ziel gibt Ihnen die Energie und Kreatität, wichtige Etappen-Ziele anzugehen. Das Erreichen eines Etappen-Ziels wiederum beflügelt Ihre Lebensidee.

Die richtige Strategie wählen

21. August 2009

mann-junger

In schöner Regelmäßigkeit begegnen uns Schlagworte wie  Erfolgs-, Glücks- und Motivationsstrategie. Allein das Wort “Strategie” verspricht, das eigene Schicksal gezielt beeinflussen zu können.

Doch wussten Sie, dass Sie – genau genommen – diese Strategien bereits seit langem kennen?

Für bestimmte Lebensbereiche und persönlichen Rollen wissen wir genau, wie wir erfolgreich, glücklich und motiviert sein können. Wir kommen nur nicht auf die Idee, dieses Wissen in die Felder unseres Lebens zu tragen, in denen uns diese Positivstrategien fehlen.

Dabei ist der Weg leicht, wenn Sie sich dazu entschließen, Ihre Positivstrategien einmal genauer zu analysieren. Was genau erleben Sie, wenn Sie zum Beispiel für Ihr Hobby motiviert sind?

Sind es reizvolle Bilder oder Klänge von der erwarteten Situation? Oder ist es die Vorfreude auf ein bestimmtes Gefühl? Welche Überzeugungen schwingen mit, wenn Sie an Ihr motivierendes Projekt denken?

Vergleichen Sie im Anschluss daran Ihr Erleben bei einem wenig motivierenden Projekt. Was lässt sich aus dem Positiverleben übertragen? Vielleicht die Idee, sich vor dem Start ein angenehmes Bild vom erwarteten Projekt zu machen? Vielleicht eine Überzeugung, die den Nutzen Ihres Projekts in einem motivierenden Licht erscheinen lässt?

Sie werden erstaunt sein, wie groß Ihr persönliches Expertenwissen in Sachen Erfolg-, Glück- und Motivatgionsstrategien ist.

In Richtung Lösung gehen

1. August 2008

Ist Ihr Glas halbvoll oder halbleer? Haben Sie schon die erste Hälfte der Aufgabe gelöst oder liegt die zweite Hälfte noch vor Ihnen? Konzentrieren Sie sich auf Lösungen oder ziehen Sie es vor, die Probleme sorgfältig zu analysieren?

Das hängt natürlich ganz von Ihrer Perspektive ab. Und diese wiederum ist mit bestimmten Vorannahmen über eine sinnvolle Vorgehensweise verbunden.

Eine klassische Überzeugung unserer Kultur lautet, dass die Konzentration auf das Problematische, Negative und mitunter Defizitäre zu gezielten Verbesserungen führt. Erst das präzise Wissen darum, was man nicht mehr möchte, so die Idee, eröffnet den Weg zu einer tragfähigen Lösung und der zur Lösung notwendigen Handlungsenergie.

Lassen Sie sich doch probeweise einmal auf die Umkehrung dieser Überzeugung ein: Erst die Vision einer optimalen Lösung motiviert zum konstruktiven Handeln. Anstatt das Alte zu “verbessern”, eröffnen Sie einen neuen Lösungsraum und schaffen es, den Problembedingungen die Grundlage zu entziehen.

Experimentieren Sie mit beiden Sichtweisen und probieren Sie aus, welche Sichtweise a) die besten Ergebnisse b) die höchste Motivation und c) die beste Stimmung bringt.

Einen neuen Rahmen finden

1. Februar 2008

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Sie kennen das. Ein Problem oder persönliches Thema drückt Sie und Sie wissen nicht so recht, wie Sie damit umgehen sollen.

Sollten Sie jetzt „positiv“ denken nach dem Motto: „so schlimm ist es nun auch wieder nicht“? Oder sollen Sie sich besser ganz auf Ihr negatives Gefühl einlassen und vielleicht mit Konfrontation reagieren?

Wie wäre es mit einem ganz neuen Weg? Zum Beispiel der Neurahmung. Mit dieser NLP-Technik, in Englisch Reframing genannt, können Sie für Ihr Erleben einen entspannteren Bedeutungsrahmen finden.

Oft bedrückt Sie ein Geschehen, weil Sie sicher sind, dass es für Sie eine unangenehme, vielleicht sogar schmerzhafte Bedeutung hat. Mindestens eine von zwei einfachen Fragen offenbart Ihnen in einem solchen Fall, dass es weitere Deutungsmöglichkeiten der Situation gibt.

Die erste Reframing-Frage lautet: „Welche Bedeutung kann dass von mir beobachtete oder erlebte Geschehen noch haben (außer der negativen, die mir bereits altertraut ist)“?

Beispielsweise deutet die Absage eines Freundes vielleicht nicht auf eine Verschlechterung Ihrer Beziehungen, sondern vielmehr auf seine ungewöhnlich hohe Belastung im Beruf hin.

Hier die zweite Frage, mit der Sie das von Ihnen erlebte Geschehen neu rahmen können: “In welchem Zusammenhang oder Lebensbereich stellt das von mir beobachtete Problem eventuell sogar eine besondere Fähigkeit oder eine Nutzen stiftende Eigenschaft dar?”

Ist die vielleicht von Ihnen im Privatleben beklagte Pedanterie eines Menschen nicht auch sein Kapital für einen Beruf, bei dem es auf äußerste Präzision ankommt?

Selbst wenn Sie nicht gleich von jedem Ihrer Reframings überzeugt sein werden, so werden Sie doch schnell bemerken, wie groß Ihr persönlicher Deutungsspielraum ist. Mit geistiger Flexibilität und einer Prise Humor offenbart sich so manches Dilemma als ein akzeptables, vielleicht sogar vorteilhaftes Geschehen.

 

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