Posts Tagged ‘Sprache’

Wie Worte Wirklichkeit werden

3. Januar 2012

“Achte auf Deine Worte, denn sie werden Wirklichkeit.” Der Coach Joachim Schaffer-Suchomel hat zusammen mit Klaus Krebs in Du bist, was Du sagst unsere Sprache und die durch sie offenbarten Lebenseinstellungen untersucht. Denn Begriffe sind keine Beschreibungen der Realität, sondern, so seine  Formulierung, “Griffe” mit denen wir das Leben “be-greifbar” machen.

So gibt der Griff nach einem Wort Sicherheit und Richtung. Mit Sprache  erhalten unsere Gedanken und, daran anschließend, unsere Handlungen eine Form. Die Kehrseite: Die Bereitschaft zu alternativen Sichtweisen der Wirklichkeit nimmt ab. Ein Wort oder Ausdruck kann so einengend und mächtig werden, dass es selbst zur Wirklichkeit wird.

Ein Beispiel: Vielleicht glauben Sie, in einer bestimmten Situation “mit dem Rücken an der Wand” zu stehen. Kulturell und auch für Sie persönlich signalisiert dieser Ausdruck Auswegslosigkeit. Sie fühlen sich wie gelähmt.

Schaffer-Suchomels Anregung: Ändern Sie den Blickwinkel. Wenn Sie mit dem Rücken zur Wand stehen, sind Sie von hinten gestützt und haben nach vorne Handlungsspielraum. Zwar gehört Mut zum Agieren. Doch was spricht gegen die “Flucht nach vorn”?

Du bist, was Du sagst ist eine unterhaltsame Anregung für alle, die sowohl ihre eigene Sprache als auch der anderen reflektieren möchten. Insbesondere Coachs sensibilisieren mit diesem Buch ihr Feingefühl für die Nuancen der Sprache und die unendliche Vielfalt an Lösungen, die sie bereit halten kann.

Mit Fragen führen

20. November 2008

mann-junger

Wer fragt, der führt. So eine wichtige Faustregel der beruflichen Kommunikation. Der Führungs-Alltag sieht jedoch zumeist anders aus. Überprüfen Sie für sich selbst: Bieten Sie lieber eigene Antworten an oder üben Sie sich in der Kunst, Menschen durch gezielte Fragen zu Ihren eigenen Lösungsideen zu führen?

Die Methode ist einfach und leicht erlernbar: Wer Menschen Fragen stellt, regt sie zum Nachdenken und Finden eigener Lösungen an. Vorausgesetzt, die Fragen sind offen gestellt, also nicht mit einem einfachen Ja oder Nein zu beantworten:

  • Wie wollen Sie vorgehen?
  • Welchen ersten Lösungsschritt schlagen Sie vor?
  • Was erscheint Ihnen dabei als besonders wichtig?

Offene Fragen appelieren an die Eigenverantwortung des Befragten und stärken seine Kompetenz. Wer eigene Lösungen findet, dessen Selbstständigkeit wächst. Umgekehrt kann der Führenden von einem größeren kreativer Freiraum für die Lösung eigener Aufgaben profitieren.

Warum diese einfache Methode in der Praxis noch nicht so verbreitet ist?

Einige scheuen den Zeitaufwand, der zunächst mit der Fragemethode verbunden ist. Andere verlieren schon mal die Lösungskompetenz des Mitarbeiters aus dem Auge. Und viele verstehen es einfach als Führungsverpflichtung, den Mitarbeiter durch fertige Antworten von der eigenen Sachkomptenz zu überzeugen.

Und Sie? Für welche Führungsmethode entscheiden Sie sich? Welcher Nutzen der Methode steht für Sie im Vordergrund?

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