Ein Denkfeld erschaffen

1. Dezember 2016

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„Eigenständiges Denken“, so die Kommunikationstrainerin Nancy Kline, „ist immer noch ein radikaler Akt.“ Doch es ist Zeit, ein Umfeld zu erschaffen, in dem alle Menschen, losgelöst von Hierarchien und Positionen, kreativ miteinander denken und handeln können. In „Time To Think“ formuliert Kline zehn verblüffend einfache Regeln, mit denen dieses „Thinking Environment“ geschaffen werden kann.

Als größte Barriere zum Erschaffen eines produktiven Denkumfelds beschreibt Kline unsere mangelnde Bereitschaft zum Zuhören. Wir lassen andere nicht ausreden, fallen ihnen ins Wort, nehmen ihre Gedanken vorweg und drücken durch unsere (Körper-)Sprache geringe Wertschätzung aus. Anstatt gemeinsam zu denken, entsteht ein Konkurrenzkampf um die Deutungshoheit.

In dieser Atmosphäre gehen nicht nur wichtige Gedanken im Moment ihrer Äußerung verloren. Mangelnde gegenseitige Wertschätzung führt auch zu einer Stimmung, in der keine neuen produktiven Gedanken entstehen können: Das Gespräch dreht sich im Kreis. Die Teilnehmer aber werten die Unproduktivität einer solchen Unterhaltung als Bestätigung ihres Vor-Urteils.

Nur eine Verlangsamung des Gesprächs und das Zuhören in einer ermutigenden, wertschätzenden und gelassenen Haltung können diese Schleife beenden. Einfühungsvermögen, die Bereitschaft, Vielfalt zuzulassen und die Fähigkeit, gute Fagen zu stellen, erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines produktiven Dialogs.

Nancy Klines Buch kommt leicht daher. Doch wer sie beim Wort nimmt, erzeugt in der Familie, der Gesellschaft und im Unternehmen eine radikal neue Kultur, geprägt von Vertrauen, kreativem Miteinander und der Motivation, eine gemeinsame Zukuft zu gestalten.


Erfolgreich verändern lernen

2. November 2016

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Veränderung ist ein alltäglicher Begriff: Immer und überall verändert sich etwas in unserem Leben und zu jeder Zeit verändern wir uns mit. Doch was bedeutet der Begriff eigentlich genau? Welche Facetten kennzeichnen Veränderung? Was können wir angesichts des stetigen Wandels tun, um souverän mit dem Phänomen Veränderung umzugehen?

Veränderung ist selbstverständlich vielgestaltig. Zwei Aspekte des Begriffs lassen sich allerdings unterscheiden. Zum einen ist Veränderung ein Prozess der Abwandlung: Bekanntes nimmt neue Gestalt an, wird modifiziert und in Teilen aktualisiert. Beispielsweise spricht die Biologie von Prozessen der Evolution und Mutation. Politik und Rechtswissenschaft novellieren Gesetze und gestalten sie zeitgerecht um. Menschen sowie Organisationen passen sich in ihrem Verhalten und Denken an neue innere Bedürfnisse, aber auch an veränderte äußere Gegebenheiten an.

Zum anderen bezeichnet Veränderung einen Prozess der grundlegenden Neugestaltung. Etwas qualitativ Neues tritt an die Stelle des Alten. In der Geschichte spricht man von Revolutionen, wenn sich innerhalb einer kurzen Zeitspanne neue Gesellschaftsformen und Sichtweisen etablieren. Auch im Leben eines Menschen oder einer Organisation kann es gewissermaßen zu revolutionären Umwandlungen kommen. Wir sagen dann, jemand habe sich neu erfunden.

Erfolgreiche Veränderungen gehen immer mit Lernprozessen einher, ob die Veränderung nun auf einer Anpassung an veränderte äußere Umstände oder auf einer gezielt angestrebten Selbstveränderung beruht. Denn wer Lernen angesichts stetiger biologischer, sozialer, polistischer oder anderer Wandlungsprozesse verweigert, wird mittel- bis langfristig in Widersprüche geraten. Diese Widersprüche zeigen sich im Inneren als Symptome, im Äußeren als Konflikte.

Veränderungen werden daher oft als spannungsgeladen erlebt. Das an Zukunftsvisionen ausgerichtete Coaching mit NLP kann allerdings helfen, schnell Klarheit über neue Wege zu erlangen und Lernprozesse sowohl zu erleichtern als auch zu beschleunigen. Systemisches Coaching mit NLP unterstützt insbesondere Veränderungen, die nicht nur in veränderten Anpassungsstrategien, sondern tiefergreifenden qualitativen Lernprozessen bestehen.


Mit Selbstführung zum Ziel

3. Oktober 2016

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„Die besten Voraussetzungen, erfolgreich mit beruflichen Herausforderungen umgehen, liegen“, so der  Psychologieprofessor Günter F. Müller und der Unternehmehnsberater Walter Braun, „im Menschen selbst.“ Mit ihrem Buch Selbstführung. Wege zu einem erfolgreichen und erfüllten Berufs- und Arbeitsleben möchten sie zeigen, wie Menschen durch die Selbstführung ihrer inneren Bilder, Gedanken und Motive Ziele erreichen und zugleich gesund bleiben können.

Das Konzept der Selbstführung, eng verknüpft mit systemisch-ganzheitlichem Denken, moderner Neurobiologie und Positiver Psychologie, geht davon aus, dass nachhaltige Motivation nur intrinsisch entwickelt werden kann: Ziele, Visionen und intrinsische Zielreize treiben den Menschen voran. Darüber hinaus ist emotionale Achtsamkeit  und aktives Emotionsmanagement notwendig, um leistungsförderliche Gefühle und körperliche Bedürfnisse in Balance zu bringen.

Doch Selbstführung ist keine „Selbstläufer“. Selbstführungskompetenz will nicht nur trainiert werden. Sie stellt auch einige Vorannahmen über die Rolle des Mitarbeiters sowie die der Führungskraft in Frage. Selbstführung ist daher auch Selbstentwicklung und Ausrichtung auf die neue Eigenverantwortlichkeit. Externes Coaching, aber auch der entwicklungsorientierte Führungsstil, stellen wertvolle Hilfen auf diesem Weg dar.

Welche Bedingungen müssen noch gegeben sein, damit Selbstführung im Unternehmenskontext gelingt? Müller und Braun fordern zur selbstführungsgerechten Organisationsgestaltung neben einer neuen Führungsphilosophie vor allem dezentrale Strukturen und eine Deregulierung ein. Mit zahlreichen Checklisten und Test ausgestattet, ist ihr Buch praktisch und anwendungsorientiert: Die bewusste Selbstführung kann beginnen.


Coaching-Professionalität nachweisen

1. September 2016

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Insgesamt 15380 Coachs aus 137 Ländern, darunter 261 aus Deutschland, haben in der Coaching-Studie 2016 der International Coach Federation (ICF) im Jahr 2015 Stellung zu zentralen Fragen ihrer Profession Stellung bezogen. Die Studie zeigt: Deutsche Coachs legen Wert auf anerkannte Zertifizierungen. Sie sind jedoch eher zurückhaltend, wenn es um eine Regulierung der Coach-Profession geht.

Da Coaching in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung ist, streben Coachs als Professionalitätsnachweis in der Regel die Anerkennung durch einen Berufsverband an. Damit entsprechen sie der Erwartungshaltung von über 70 Prozent ihrer Klienten und erzielen zudem höhere Honorare, als es unzertifizierten Kollegen gelingt.

Die Frage, ob die Coach-Profession eine intensivere Regulierung erfahren solle, wird allerdings sowohl in Deutschland als auch weltweit kontrovers diskutiert. Einer Regulierung durch staatliche Stellen stehen die meisten Coachs skeptisch gegenüber. Es überwiegt der Wunsch nach einer selbstregulativen Lösungen auf der Verbandsebene.

Eine Besonderheit des deutschen Coaching-Markts: Die Feldkompetenz, also die Berufserfahrung des Coachs vor Aufnahme seiner Coach-Tätigkeit, wird in Deutschland besonders wertgeschätzt. Über 37 Prozent der deutschen Coachs verfügen über zehn Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Berufsfeldern, während im internationalen Durchschnitt nur 29 Prozent der Coachs über diesen Erfahrungsschatz verfügen.


Hypnotisch zum Ziel gelangen

1. August 2016

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Du kannst schaffen, was Du willst, lautet das Versprechen des Hypnotiseurs Jan Becker in seinem Buch zur Kunst der Selbsthypnose. Im Trancezustand können wir auf die kreativen Fähigkeiten der rechten Gehirnhälfte zugreifen und innere Türen zur Veränderung öffnen: Ungünstige Angewohnheiten, Krankheits-Symptome, Stress und lästige Gedanken kommen unter Kontrolle. Motivation, Spaß und Zielstrebigkeit wachsen. Auch die Partnerschaft profitiert.

Anschaulich und locker stellt Becker zusammen, was in den Feldern NLP, Hypnose, Coaching und Neurobiolgie zum Standardwissen gehört. Er liefert viele praktische Anleitungen, anschauliche Bespiele, Tipps und Trancetexte, mit denen es Laien gelingt, selbst in Hypnose zu gehen und hypnotische Techniken in den Alltag zu integrieren. Kleine Experimente erlauben außerdem, sofort Wirkungen nachzuprüfen und an sich selbst zu verspüren.Hypnose verliert das Geheimnisumwobene, das bei vielen Menschen Distanz zu diesem Phänomen und dieser praktischen Selbstmanagementmethode geschaffen hat.

Mit diesen Qualitäten hat es Becker den Sprung in die Spiegel-Bestseller-Liste geschafft. Bei Amazon wird sein Buch außerdem zur Zeit als Bestseller Nr. 1 in der Katetorie Meditationseinführungen & -techniken geführt. Für Hypnose-und NLP-Erfahrene, aber auch für NLP-Einsteiger gibt es allerdings meiner Meinung nach bessere Bücher. Doch die Sehnsucht, das zu schaffen, was man will, ist offennbar groß. Das Versprechen des Klappentexts, mit Selbsthypnose den Zugriff auf die automatischen Kontrollzentren unseres Geistes und Körpers zu erlangen, übt offenbar hohe Anziehungskraft aus.

 


Selbstentwicklung oder Selbstoptimierungswahn?

29. Juni 2016

 

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Schon mehr als drei Jahrzehnte beschäftigt uns die Idee der Selbstoptimierung. Nicht zuletzt NLP selbst hat dem Selbstoptimierungsdrang Vorschub geleistet. Der Coaching-Boom hat das Streben nach dem Optimum noch verstärkt. Doch natürlich hat sich auch bereits eine Gegenbewegung formiert. Titel wie Du sollst nicht funktionieren von Ariadne von Schirach zeigen, dass das Selbstentwicklungskonzept immer wieder einseitig perfektionistisch und fehlerorientiert verstanden wird. Also doch So scheiße bleiben, wie man wirklich ist, wie Rebecca Niazi-Shahabi in ihrem Buchtitel fordert?

Natürlich nicht. Aber es gilt, die Maßstäbe und Werte zu klären, an denen sich menschliche Entwicklung ausrichten kann. Sebstoptimierung orientiert sich am Perfektionismus. Dieser nährt sich von der Idee, ein fiktives Optimum zu einhundert Prozent leben zu können. Bei genauerer Betrachtung ist das eine lebens- und entwicklungsfeindliche Idee, da sich bei lebenden, sich permanent in Anpassung an die Umwelt verändernden Systemen, wie Menschen sie sind, kein statischer Optimalzustand definieren lässt.

Was in einem bestimmten Moment optimal funktioniert, kann zu einer anderen Zeit durchaus dysfunktional sein. Eigentlich bedeutet Selbstentwicklung ja, genau dieses Phänomen zu akzeptieren und zu verstehen. Wenn aber Perfektionismus in die Irre führt, welche Ideen, Werte und Konzepte können dann Orientierung für die eigene Entwicklung bieten? Und was können Methoden und Techniken des Selbstmanagements überhaupt realistischerweise dazu beitragen?

Aus systemischer Warte ist Persönlichkeitsentwicklung immer ein höchst individueller Prozess, der zuallererst Orientierung am inneren Gleichgewicht und Wohlbefinden braucht. Richtet sich Selbstoptimierung an vorgegebenen Schablonen aus, ist also fremdbestimmt, bedeutet Selbstentwicklung im Gegensatz dazu, eigene Maßstäbe zu erforschen, kennenzulernen und zu leben. Selbstentwicklung ist immer auch Selbstentdeckung, ein Kennenlernen und Erkunden der eigenen Maßstäbe.

Methoden und Techniken wie das systemische Coaching mit NLP können letztendlich nur Anregungen zur Selbstentwicklung bieten und selbstregulative Prozesse stimulieren. Orientiert sich diese Entwicklung an lebenswerten persönlichen Visionen und Zielen, kommen Menschen sich bei diesem Prozess näher, anstatt sich durch perfektionistische Selbstkritik von sich zu entfernen.


Coaching wirkt

1. Juni 2016

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Dass Coaching wirkt, ist bislang weder von Coachs noch von Unternehmen, welche die Dienstleistung Coaching einkaufen,  angezweifelt worden. Inzwischen weisen aber auch wissenschaftliche Erkenntnisse die Wirksamkeit von Coaching im organisationalen Kontext nach. Mehr noch: Insbesondere durch die Metanalysen bereits vorliegender Forschungsergebnisse lässt sich nun detaillierter zeigen, welche Effekte mit Coaching erzielt werden können.

Wo wirkt Coaching?

Alle in den Metaanalysen ausgewerteten Untersuchungen weisen die Wirksamkeit von Coaching nach. Es gibt allerdings eine Bandbreite an Effekten, so dass nun auch behauptet werden darf, dass nicht jede Coaching-Intervention gleich wirksam ist. Die größte Effektstärke ist beim Thema Zielerreichung zu erkennen, gefolgt von der Steigerung der Leistungskraft bzw. Performance. Auch die Arbeitseinstellung und das persönliche Wohlbefinden sowie die Fähigkeit zum Entwickeln von Strategien zur (Problem-)Bewältigung in Teams wachsen mit Coaching an.

Was entscheidet über den Coaching-Erfolg?

Interessanterweise, so die Ergebnisse der Metaanalysen, hängt die Wirksamkeit eines Coachings nicht unbedingt von seiner Dauer oder der Anzahl der Sitzungen ab. Auch im Vergleich der Methode des Face-to-Face-Coaching mit dem Blended-Coaching ließen sich keine relevanten Unterschiede erkennen. Lediglich beim Vergleich von externem mit internem Coaching ließen sich leichte Vorteile für das interne Coaching erkennen.  Auch als Feedback-Instrument im Unternehmen bewährt sich Coaching, sofern nicht viele unterschiedliche Aspekte, sondern einige Fokusthemen klar im Mittelpunkt stehen.

Wie wichtig ist die Beziehungsqualität?

Entscheidenden Einfluss auf den Erfolg eines Coachings hat selbstverständlich die Qualität der Beziehung zwischen Coach und Klient. Die Stichworte Empathie, Wertschätzung und emotionale Unterstützung, aber auch Dominanz, kennzeichnen erfolgreiche Coach-Interaktionen. Zu einem guten Coaching gehören außerdem Vertrauen sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit bzw. ein klares Committment von Coach und Klient.

Welche Instrumente bewähren sich besonders?

Auf der Ebene der Strategien und Techniken bewähren sich die Instrumente Zielklärung und -konkretisierung, Ressourcenaktivierung, individuelle Analyse und Anpassung,  ergebnisorientierte Selbstreflexion, ergebnisorientierte Problemreflexion, eine regelmäßige Evaluation des Verlaufs, die Umsetzungsunterstützung sowie die Methodenvielfalt. Fragenstellen,  Zuhören und Feedback sind wiederum, wie es einer der Wirkungsforscher nennt, „Umsetzungsvehikel“, die nicht nur Ziele klären und Probleme sowie Ressourcen reflektieren helfen, sondern Empathie, Wertschätzung und emotionale Unterstützung zum Ausdruck bringen.

Noch eine weitere Wirkebene gilt es in den Blick zu nehmen. Die organisationale Unterstützung, z. B. durch die Vorgesetzten des Klienten oder durch den Einsatz finanzieller Ressourcen erhöhen die Chancen auf ein erfolgreiches Coaching.

Honorare im Coaching

2. Mai 2016

Frühling

Was verdient ein Coach? Jürgen Graf, Beobachter des Weiterbildungsmarkts für die Zeitschrift managerSeminare, ist dieser Frage im Rahmen der Honorar- und Gehaltsstudie Weiterbildungsszene Deutschland 2016 nachgegangen. Die wichtigste Zahl: Der durchschnittliche Umsatz, den ein Coach im Jahr 2015 mit Coachings erzielte, belief sich auf 15.792 Euro. Coaching ist ganz offensichtlich ein Teilgeschäft.

Im Vergleich zu 2012 sind die Honorare für Coachings weitgehend stabil. Im Durchschnitt konnten Coachs nur eine geringe Erhöhung ihres Honorars von 6 auf 168 Euro erzielen. Die Honorare im Unternehmensmarkt differierten jedoch stark von Privatkundenhonoraren.  Für ein Unternehmes-Coaching wurden im Schnitt 168 Euro, für ein Privatkunden-Coaching dagegen nur 145 Euro gezahlt. Toplevel-Führungskräfte entrichteten 232 Euro pro Coaching-Stunde.

Auch geschlechtsspezifische Unterschiede fallen auf: Männliche Coachs verdienten pro Coaching-Stunde 50 Euro mehr als ihre Kolleginen, die im Durchschnitt 148 Euro  einnahmen. Die höchsten Honorare erzielten institutionelle Anbieter und Freiberufler. Nebenberufler dagegen erwirtschafteten mit 120 Euro den geringsten Stundensatz.

Jürgen Graf deutet diese Ausdifferenzierung als Professionalisierung des Coachs-Berufs, der ganz offensichtlich inzwischen ein Vollzeitengagement voraussetzt. Aufgrund des Teilgeschäft-Charakters von Coaching ist außerdem anzunehmen, dass hohe Honorare nur im Rahmen eines unternehmensnah angesiedelten Produktportfolios, zum Beispiel in Form von Beratungs- und Trainingsleistungen, erzielt werden können.


Kommunikation von Bäumen lernen

1. April 2016

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Kommunikation von Bäumen lernen? Eine merkwürdige Idee. Sind doch Bäume sprachlose und zugleich stationäre, zum räumlichen Perspektivwechsel unfähige Wesen. Wie soll unter diesen Voraussetzungen Austausch gelingen? Peter Wohlleben, Förster und Natürschützer, hat genauer hingeschaut. In seinem Buch Das geheime Leben der Bäume beschreibt er, was Bäume fühlen und wie sie kommunizieren.

Mit seiner Sicht auf Bäume verändert Wohlleben nicht nur unsere Vorstellung von Wäldern. Er vertieft auch unser Verständnis für die Interdependenz aller Lebewesen und die Komplexität nichtsprachlicher Kommunikation in der Natur. Bäume kommunizieren geruchlich, optisch, elektrisch auch auch akustisch. Sie sind im gleichen Maße wie wir soziale Lebewesen, unfähig, isoliert zu leben.

So brauchen sich Bäume gegenseitig. Ein Buchenwald beispielsweise ist produktiver, wenn die Bäume dicht stehen. Förster irren daher, wenn sie jedem einzelnen mehr Raum verschaffen. Auch Jungbäume profitieren von großer Nähe und dem Schatten eines Senior- oder Mutterbaums. Erhalten sie in den ersten Lebensjahren zu viel Licht, wachsen sie zwar schnell. Ihnen fehlt jedoch die nötige Reife, um mit den verschiedensten Umweltbedingungen gut umgehen zu können.

Aber auch die gute Baum-Zusammenarbeit reicht nicht aus, um optimale Lebensbedingungen zu schaffen. Genauso wichtig ist das kooperative Miteinander mit anderen Waldbewohnern. Bäume brauchen Freunde, um überlebenswichtige Informationen weiterzutragen und die Baumwelt miteinander zu vernetzten. Diese Funktion übernehmen vor allem Pilze, die in der Lage sind, ganze Wälder zu vernetzen und Nachrichten über Insekten, Dürren und weitere Gefahren zu übermitteln.

Wohlleben liefert überraschende und faszinierende Einblicke in eine Kommunikationswelt, die sich doch eigentlich nicht so sehr von der menschlichen Welt unterscheidet. Im Unterschied zu Bäumen versuchen wir allerdings immer wieder, aus der sozialen Kommunikation auszusteigen und kurzfristig wirksame, aber langfristig ökologisch kontraproduktive Lösungsansätze zu entwerfen.


Der coachende Führungsstil kommt

7. März 2016

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Für die repräsentative Studie „Emotionale Führung am Arbeitsplatz“ hat die  Unternehmensberatung Rochus Mummert 1.000 deutsche Arbeitnehmer befragt. Das positive Ergebnis aus Sicht der Studienmacher: 23 Prozent der  Befragten geben an, im Unternehmen „nicht als Zielgruppen, sondern als Menschen“ angesprochen zu werden, so Dr. Hans Schlipat, Managing Partner der Rochus Mummert-Gruppe.

Die Studie plädiert für eine Art der Führungstätigkeit, bei der Mitarbeiter individuelle Unterstützung und Raum für Entwicklung erfahren. Der coachende Führungsstil entwickelt Potenziale und weckt ein Maximum an Motivation. Die persönliche Ansprache der Mitarbeiter steigert nicht nur die Identifikation mit der Aufgabe. Sie fördert auch die Bereitschaft, Unternehmensentwicklungen emotional mitzutragen.

Die Studie belegt aber auch: Noch immer bevorzugen viele Unternehmen den direktiven Führungsstil. Immerhin 24 Prozent der Befragten berichten von einer Befehlskultur in ihrem Arbeitsalltag. Die Studie plädiert daher für eine weitere Öffnung der Führungs- und Leistungskultur. Sowohl zielgerichtete Führungskräfte-Coachings im Unternehmen als auch eine Coaching-Qualifizierung der Führungskräfte kann dazu beitragen, die nötige Öffnung zu vollziehen.


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