Die Qualität von Coaching-Ausbildungen erkennen

5. November 2013

3 Personen

Der Begriff Coach ist nicht geschützt. Genauso wenig gibt es einheitliche Ausbildungsstandards für Coach- bzw. Coaching-Ausbildungen. Da es in Deutschland über 20 Coaching-Verbände gibt, bietet auch die Orientierung an Verbandsstandards keine wirkliche Hilfe, um ein qualitativ angemessene Ausbildungsangebot zu finden. Die Stiftung Warentest hat jetzt Gütekriterien auf den Punkt gebracht, mit deren Hilfe man gute Weiterbildungen zum Coach oder zur coachenden Führungskraft im Unternehmen erkennen kann.

Das wichtigste Merkmal einer gute Ausbildung: Sie sollte mindestens 250 Zeitstunden umfassen und die Dauer eines Jahres nicht unterschreiten. Zu einer guten Coaching-Ausbildung gehört außerdem eine klare Abgrenzung zur Therapie. Die Ausbildung muss Grundlagenwissen zu Coaching und Psychologie unterrichten sowie den Coaching-Prozess, das Coaching-Setting und die Coach-Rolle klären. Außerdem sollte sie Know-how über Veränderungsprozesse und Interventionstechniken vermitteln sowie insbesondere die Persönlichkeit der angehenden Coachs weiterentwickeln.

Wichtig, so die Stiftung Warentest, ist auch die Positionierung des Coachs im Berufsfeld und das Erstellen einer soliden Coaching-Konzeption. Zu den weiterführenden Themen in einer Coaching-Ausbildung gehören zudem, je nach Schwerpunktsetzung, eine Auseinandersetzung mit der Organisationstheorie, Wissen über Führung und Management sowie methodische Know-how für Krisen und Konflikte.

Der Unterrrichtsstil in der Coaching-Ausbildung sollte geprägt sein durch intensive Gruppen-, Paar- und Einzelarbeit sowie durch zahlreiche Praxisübungen. Auch Rollenspiele, so Stiftung Warentest, sind zu empfehlen. Für die Praxis außerhalb des Unterrichts schlägt die Stiftung Warentest Supervisionen, Arbeit in Peergroups sowie eigenständiges Arbeiten in Form von zu dokumentierenden und auszuwertenden Coachings vor. Eine gute Coaching-Ausbildung, so der Kriterienkatalog, schließt zudem mit einer praktischen und schriftlichen Prüfung ab.

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Eine Antwort to “Die Qualität von Coaching-Ausbildungen erkennen”

  1. Peter Reitz Says:

    Ich finde es erfreulich, dass die Stiftung Warentest sich hier einem Thema angenommen hat, dass eher untypisch für ein Verbraucher-Heft ist. Es ist zu wünschen, dass auch dadurch das Thema „objektive Standards“ in Coaching-Ausbildungen noch mehr in den Blickpunkt kommt.


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