Posts Tagged ‘Coaching-Markt’

Die Coaching-Qualität stimmt

2. Mai 2017

Die Coaching- Umfrage 2016, herausgegeben von Jörg Middendorf und dem Roundtable der Coachingverbände, zeigt, dass Coaching im deutschsprachigen Raum ein Empfehlungsgeschäft ist. Neukunden orientieren sich vorwiegend an persönlichen Empfehlungen, wie die Befragung von 546 Coachs ergab. Zwar zählen auch Berufserfahrung und Feldkompetenzen. Aber erst in dritter Linie interessieren sich Klienten für thematische Spezialisierungen, methodische Ausrichtungen oder Verbandsmitgliedschaften.

Dass Ausbildungsgang und Art der Zertifizierung sowie Verbandszugehörigkeit und thematische Spezialisierung für die Kundenakquise keine große Rolle spielen, hält die deutschsprachigen Coachs jedoch nicht davon ab, in Qualifizierungsmaßnahmen zu investieren. Über 60 Prozent der Befragten haben an einer systemisch orientierten Grundausbildung teilgenommen haben. Nicht wenige Coachs in Deutschland haben Aus- und Weiterbildungen im Umfang von 500 bis 1.000 Stunden genossen. Durchschnittlich 76 Stunden wenden Coachs jährlich auf, um ihr Know-how zu aktualisieren.

Diese Investition wird auch finanziell belohnt. Nach einem Einbruch im Vorjahr haben die Coach-Saläre im Jahr 2016 im Durchschnitt zugelegt. Beim Privatkundengeschäft erhöhte sich der Stundensatz um 3,5 Prozent, beim Business Coaching um 0,8 Prozent. Mit steigendem Lebensalter und längerer Berufserfahrung erwirtschaften Coachs übrigens höhere Stundensätze als ihre Kollegen. Die große Bedeutung von Empfehlungen und dichten Netzwerken kann hierfür eine Begründung sein. Eine thematische Spezialisierung bringt aber, wie die Untersuchung ergab, Coachs in der Regel keine finanziellen Vorteile.

 

 

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Coaching-Professionalität nachweisen

1. September 2016

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Insgesamt 15380 Coachs aus 137 Ländern, darunter 261 aus Deutschland, haben in der Coaching-Studie 2016 der International Coach Federation (ICF) im Jahr 2015 Stellung zu zentralen Fragen ihrer Profession Stellung bezogen. Die Studie zeigt: Deutsche Coachs legen Wert auf anerkannte Zertifizierungen. Sie sind jedoch eher zurückhaltend, wenn es um eine Regulierung der Coach-Profession geht.

Da Coaching in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung ist, streben Coachs als Professionalitätsnachweis in der Regel die Anerkennung durch einen Berufsverband an. Damit entsprechen sie der Erwartungshaltung von über 70 Prozent ihrer Klienten und erzielen zudem höhere Honorare, als es unzertifizierten Kollegen gelingt.

Die Frage, ob die Coach-Profession eine intensivere Regulierung erfahren solle, wird allerdings sowohl in Deutschland als auch weltweit kontrovers diskutiert. Einer Regulierung durch staatliche Stellen stehen die meisten Coachs skeptisch gegenüber. Es überwiegt der Wunsch nach einer selbstregulativen Lösungen auf der Verbandsebene.

Eine Besonderheit des deutschen Coaching-Markts: Die Feldkompetenz, also die Berufserfahrung des Coachs vor Aufnahme seiner Coach-Tätigkeit, wird in Deutschland besonders wertgeschätzt. Über 37 Prozent der deutschen Coachs verfügen über zehn Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Berufsfeldern, während im internationalen Durchschnitt nur 29 Prozent der Coachs über diesen Erfahrungsschatz verfügen.

Honorare im Coaching

2. Mai 2016

Frühling

Was verdient ein Coach? Jürgen Graf, Beobachter des Weiterbildungsmarkts für die Zeitschrift managerSeminare, ist dieser Frage im Rahmen der Honorar- und Gehaltsstudie Weiterbildungsszene Deutschland 2016 nachgegangen. Die wichtigste Zahl: Der durchschnittliche Umsatz, den ein Coach im Jahr 2015 mit Coachings erzielte, belief sich auf 15.792 Euro. Coaching ist ganz offensichtlich ein Teilgeschäft.

Im Vergleich zu 2012 sind die Honorare für Coachings weitgehend stabil. Im Durchschnitt konnten Coachs nur eine geringe Erhöhung ihres Honorars von 6 auf 168 Euro erzielen. Die Honorare im Unternehmensmarkt differierten jedoch stark von Privatkundenhonoraren.  Für ein Unternehmes-Coaching wurden im Schnitt 168 Euro, für ein Privatkunden-Coaching dagegen nur 145 Euro gezahlt. Toplevel-Führungskräfte entrichteten 232 Euro pro Coaching-Stunde.

Auch geschlechtsspezifische Unterschiede fallen auf: Männliche Coachs verdienten pro Coaching-Stunde 50 Euro mehr als ihre Kolleginen, die im Durchschnitt 148 Euro  einnahmen. Die höchsten Honorare erzielten institutionelle Anbieter und Freiberufler. Nebenberufler dagegen erwirtschafteten mit 120 Euro den geringsten Stundensatz.

Jürgen Graf deutet diese Ausdifferenzierung als Professionalisierung des Coachs-Berufs, der ganz offensichtlich inzwischen ein Vollzeitengagement voraussetzt. Aufgrund des Teilgeschäft-Charakters von Coaching ist außerdem anzunehmen, dass hohe Honorare nur im Rahmen eines unternehmensnah angesiedelten Produktportfolios, zum Beispiel in Form von Beratungs- und Trainingsleistungen, erzielt werden können.

Potential am deutschen Coaching-Markt

1. Oktober 2012

Bezogen auf die Zahl der am Markt tätigen Coachs ist Deutschland die drittgrößte Coaching-Nation der Welt, gleich nach den USA und England. Und das Wachstum der Branche hält laut DBVC Coaching-Marktanalyse weiter an.

Eigentlich nicht weiter verwunderlich, denn bezogen auf die Einwohnerzahl steht in der Bundesrepublik nur ein Coach pro 10.200 Einwohner zur Verfügung.

Doch es gibt noch weitere Hinweise für das vorhandene Marktpotenzial. Zum einen erreicht Coaching nach wie vor vor allem das gehobene und mittlere Management. Ein Trend zur Ausweitung zeichnet sich allerdings seit geraumer Zeit ab. Denn Coaching ist bei großen Unternehmen als wichtiges Instrument zur Persönlichkeitsentwicklung anerkannt.

Zum anderen erwirtschaftet die Coaching-Branche im Moment erst 1,7  Prozent des Umsatzes am deutschen Beratermarkt. Zuwachsraten sind also realistisch. Ein weiterer Wachstumsfaktor:  Der Trend zu Coaching im Mittelstand und in öffentlichen Einrichtungen; ein Sektor, der über 80 Prozent der Arbeitsplätze stellt.

Voraussetzung für das Wachstum der Branche ist allerdings ein auch eine weiter voranschreitende Professionalisierung des Berufsbildes Coaching.

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