Posts Tagged ‘Führen mit Sprache’

Echte Fragen von Pseudo-Fragen unterscheiden

16. August 2011

Fragen sind das wichtigste Handwerkszeug, um Menschen zu Denkprozessen anzuregen und entwicklungsorientiert zu führen. Seien Sie allerdings vorsichtig mit Pseudofragen, die sich als Frage tarnen, im Grunde jedoch Selbstaussagen und Bewertungen sind.

Eine als Frage verkleidete Aussage, Suggestivfrage genannt, liegt immer dann vor, wenn Ihre Formulierung die von Ihnen gewünschte oder erwartete Antwort bereits nahelegt. „Meinen Sie nicht auch, dass wir mit dem Projekt zu langsam vorankommen?“ Da der Befragte nun Ihre Position kennt, wird er sich in seiner Antwort positiv oder negativ auf Ihre Meinung fokussieren.

Falls er überhaupt antworten wird. Denn Suggestivfragen haben oft den Charakter  rhetorischer Fragen. Da sie nur zur rhetorischen Verstärkung der eigenen Position eingesetzt werden, mobilisieren sie das Gegenüber nicht zu einer Stellungnahme.

Manche Suggestivfragen haben sogar die Macht von Killerfragen. „Können Sie wirklich so dumm sein?“ Mangels kommunikativer Alternativen kommt das Gespräch zum Stillstand und der Fragende erreicht das Gegenteil dessen, was mit einer guten Frage bewirkt werden kann.

Echte Fragen setzen eben echtes Interesse am anderen und an seiner Antwort voraus.

Mit Fragen spiegeln oder erweitern

1. Juli 2011

Wer fragt, der führt. Und wer führt, braucht das Wissen wohin. Umso wichtiger, die Dynamik unterschiedlicher Fragen zu verstehen. Wie setzen Sie geschlossene und offene Fragen zielführend ein?

Eine geschlossene Frage ist so formuliert, dass als korrekte Antwort entweder ein „ja“ oder ein „nein“ , allenfalls Unentschlossenheit zwischen zwei Optionen zu erwarten ist.  „Nehmen Sie an der Veranstaltung teil?“ Sie eignet sich daher besonders, um klar und knapp eine Bestätigung oder Zustimmung beziehungsweise das Gegenteil davon zu erlangen.

Ein weiterer Nutzen: Mit geschlossenen Fragen können Sie die Aussage Ihres Gegenübers sprachlich spiegeln und feststellen, ob sie ihn richtig verstanden haben. „Sie glauben also, dass wir nicht genug Zeit für die Fertigstellung des Projekts eingeplant haben?“

Wundern Sie sich allerdings nicht, wenn ihr Gegenüber dann Ihrer fast wörtlichen Wiederholung seiner eigenen Aussage widerspricht. „Nein, das würde ich so nicht sagen.“ Durch Ihr bewusstes Spiegeln hat er in diesem Moment sein eigenes Denken schon weiterentwickelt oder präzisiert.

Eine offene Frage lädt dagegen zu einer ausführlichen Beantwortung ein. „Wie läuft Ihr aktuelles Projekt?“ Diese Art Frage kann viele interessante Details liefern und zeigen, in welche Richtung der Befragte seine Gedanken lenkt.

Offene Fragen tragen darüber hinaus zur Erweiterung von Denkperspektiven bei. Und eine klug gestellte offene Fragen regt Lern- und Zielentwicklungsprozesse an.“Welche Ziele verbinden Sie mit diesem Projekt und wie reihen sich diese in Ihre langfristige Strategie ein?“

Fangen Sie an, mit Fragen zu spielen. Ihr Gegenüber freut sich über Ihr Interesse und honoriert die Anregungen, die Ihre Fragen ihm bieten.

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