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Coaching mit dem Nervensystem

8. Januar 2020

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Coaching mit dem Nervensystem? Die Therapeutin Deb Dana zeigt in ihrem Buch Die Polyvagaltheorie in der Therapie, wie man Menschen dazu anleiten kann, alte Stressreaktionen ihres Autonomen Nervensystems zu erkennen und Zug um Zug aufzulösen. Der wichtigste Schritt dazu ist das Wahrnehmen der eigenen individuellen Konditionierungsmuster und das daran anschließende Erproben und Vertiefen ressourcevoller Strategien.

Wie funktioniert das Nervensystem bzw. wofür steht die Polyvagaltheorie?

Das Wechselspiel unseres vegetativen Nervensystems zwischen einem aktivierenden Sympathicus-Nerv und einem beruhigenden Vagus-Nerv ist schon lange bekannt. Der Psychiater Stephen Porges hat die Sicht auf dieses Wechselspiel mit der Polyvagaltheorie differenziert und gezeigt, dass nicht allein der anregende Sympathicus ein Gegenspieler des beruhigenden, entspannenden Vagus-Nervs ist. Auch ein Ast des vielfältigen Vagalsystems steht der Entspannung im Weg.

Porges unterscheidet nämlich zwischen dem vorderen und hinteren Vagus. Wirkt der vordere Vagus entspannend und öffnend für Kontaktaufbau sowie gute Kommunikation, verursacht der hintere Vagus eine Art Starre oder „Todstell-Reflex“. Höhere Hirnfunktionen sind durch diese Starre nur noch eingeschränkt verfügbar. Schwierige oder sogar traumatische Erlebnisse führen dazu, dass Menschen entweder sympathische Reaktionen wie Kampf oder Flucht oder parasympathische Reaktionen wie „Dichtmachen“ in ihrem Nervensystem speichern und konditioniert ablaufen lassen, auch wenn ihre Sicherheit in keinster Weise gefährdet ist. Die Klienten formulieren dann: „Mit dem Verstand komme ich diesem Thema nicht bei.“

Wie sieht die Arbeit mit dem Nervensystem in der coachenden Praxis aus?

Der zentrale Schritt zum Aufbau eines wieder stärker belastbaren Nervensystems, das Wahrnehmen und Flexibilisieren der eigenen individuellen Konditionierungsmuster, wurde bereits einleitend benannt. Um diese Form der Selbstbeobachtung zu ermöglichen, bietet der Coach seinem Klienten einen geschützen Raum, der in die Entspannung und Offenheit des forderen Vagus führt. Der Coach schafft also optimale Bedingungen für vertrauensvolle Kommunikation und ein waches Verarbeitung von Informationen.

Im Verlaufe eines solchen Coachings lösen sich so sowohl Rückzug, Tatenlosigkeit und geistige Starre als auch aggressive Angriffslust oder Tendenzen zur spontanen Fluchtreaktionen langsam auf. Der Klient lernt, Wahlen zu treffen und immer öfter mit dem Verhaltensrepertoire des vorderen Vagus zu reagieren. Er erkundet seine Trigger für unproduktive Reaktionen und erarbeitet sich vielfältige Alternativen. Sein Vertrauen in sich selbst und auch in sein Umfeld kann wachsen und sich stabilisieren.

Sollte die Arbeit mit dem Nervensystem nicht dem Therapeuten vorbehalten bleiben?

In der Tat hat sich die Arbeit mit dem Nervensystem insbesondere bei der Behandlung traumatisierter Menschen bewährt. Doch auch gesunde Menschen, die sich für ein Coaching anstelle einer Therapie entscheiden, können von diesem Ansatz profitieren. Insbesondere der allgegenwärtige Stress katapultiert viele Menschen immer wieder in unproduktive Antworten ihres Nervensystems. In einem Coaching können sie erkennen, dass ihnen vielfältige Alternativen zur Verfügung stehen.

In welcher Beziehung stehen systemisches NLP-Coaching und Coaching mit dem Nervensystem?

Das Coaching auf Basis der Polyvagaltheorie ist entwicklungsgeschichtlich nicht mit NLP verbunden. Der NLP-Anwender erkennt jedoch überraschende Parallelen. Das im NLP vermittelte Wissen um Körpersprache und Rapport sowie die Dynamik von gutem Pacen als Voraussetzung für das Leaden erschafft genau den sicheren Raum, der für die Arbeit mit dem Nervensystem wichtig ist. Auch das achtsame Wahrnehmen der Sinneseindrücke und das Erkennen sowie Verändern konditionierter Strategien gehören zum klassischen Repertoire des NLP. Die Polyvagaltheorie verdeutlicht dem NLP-Anwender, warum diese Herangehensweisen so produktiv wirken. Weshalb nicht auch Ideen aus der Arbeit mit dem Nervensystem ins klassische Coaching integrieren? Deb Danas Buch bietet zahlreiche praktische Anregungen dafür.

Magische Fähigkeiten trainieren

3. März 2009

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Magie fasziniert. Beispielsweise, wenn professionelle „Gedankenleser“ wie Thorsten Havener ihr Können auf der Bühne demonstrieren. Zwar glauben wir nicht wirklich an Übersinnliches oder Hellseherei. Aber die außergewöhnlichen Fähigkeiten der Magiere schlagen uns in ihren Bann.

Doch was passiert, wenn der Magier uns dazu einlädt, genau dieses magische Tun in unseren Alltag zu integrieren?

Haveners Botschaft: Die Kunst des Gedankenlesens beruht auf Fähigkeiten, die jedem von uns zur Verfügung stehen. Eine geschulte Wahrnehmung, ein Blick für die Körpersprache unseres Gegenübers sowie ein gezielter Umgang mit Sprache eröffnen uns Fähigkeiten, die uns bislang beinahe hellseherisch vorkamen.

Haveners Quellen: Neben den Studien von Samy Molcho zur Körpersprache sowohl das Neurolinguistische Programmieren als auch die Techniken der Hypnose nach Milton Erickson.

Haveners Leistung: Uns für unsere eigenen magischen Qualitäten zu sensibilisieren, ohne dabei zu verschweigen, welch intensiven Trainings die Nutzung dieser Fähigkeiten bedarf.

Nehmen Sie die Herausforderung an?

Kommunikation in Fluss bringen

5. September 2007

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Kommunikation klingt einfach. Außer Sprache, so scheint es, gehört nicht viel dazu. Doch unsere Alltagserfahrungen in Privatleben und Beruf zeigen, dass wir immer wieder in Situationen geraten, in denen die Verständigung mit unseren Mitmenschen nur unzureichend gelingt.

Die Ergebnisse erfolgloser Kommunikation sind vielfältig: Missverständnisse und Missstimmungen, ausbleibende Anerkennung und nicht zuletzt Streit gehören dazu. Aus diesem Grund suchen viele Menschen nach geeignetem Handwerkszeug, um ihre Kommunikation in Fluss zu bringen.

Sie probieren beispielsweise Präsentations- und Rhetorikseminare, Körperspracheseminare, Konfliktmanagementkurse oder auch Trainings zu Kritikgesprächen aus. Oft mit dem Effekt, dass Kommunikation ihnen noch komplizierter und anspruchsvoller als zuvor erscheint.

Kein Wunder, denn gelungene Kommunikation ist mehr als das Einhalten von Regeln im Kontakt mit anderen. Kommunikation ist vor allem die Fähigkeit, mit sich und mit anderen in Verbindung zu sein. Nur eine gute Wahrnehmung für die eigenen Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche sowie Sensibilität für den Gesprächspartner führen zu wechselseitigem Verständnis und wirkungsvollem Austausch.

Doch wie können Sie die Wahrnehmungsfähigkeit für sich selbst und andere erhöhen?

Der wichtigste Schritt dazu ist der bewusste Umgang mit den Sinnen. Was sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken Sie in bestimmten Situationen? Wenn Sie Ihren Sinneseindrücken bewusst und achtsam nachgehen, nehmen Sie mehr von sich selbst und Ihren Mitmenschen wahr.

Denken Sie beispielsweise an typische „Jein“-Situationen in Ihrem Leben. Sie wollen und Sie wollen zugleich nicht. „Jein-Situationen“ sind die ideale Basis für einen kommunikativen Konflikt. Gelungene Verständigung setzt also eine aufmerksame Wahrnehmung und anschließende Klärung der eigenen widerstreitenden Gefühle und Absichten voraus.

Diese Regel gilt auch für Ihren Umgang mit Gesprächspartnern. Wenn Sie bei der Formulierung Ihres Anliegens bewusst auf die (körper-)sprachlichen Signale Ihres Gegenübers achten – genau hinsehen, -hören und -fühlen – wird es Ihnen leichter fallen, ein „Nein“, „Jein“ oder vielleicht auch „Ja“ wahrzunehmen und richtig zu reagieren.

Wirkungsvolle Kommunikation heißt also in erster Linie, innere Prozesse, nach außen gerichtetes Handeln und Umwelt in Einklang zu bringen. Wenn Sie über eine klare innere und äußere Wahrnehmung verfügen, finden Sie die richtigen Worte und Ihre (Körper-)Sprache erreicht Ihr Ziel.

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