Posts Tagged ‘Selbstorganisation’

Mitarbeiter streben nach Selbstorganisation

3. Februar 2017

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Die Quintessenz des Hernstein Management Reports 2016, der jährlich Führungskräfte in Deutschland und Österreich nach dem Wandel ihrer Organisation und ihrer Rolle als Führungskraft befragt: Der stärkste Veränderungsdruck geht nicht von der Technik, sondern von den Menschen aus. Diese drängen auf mehr Mitbestimmung, Teilhabe und Selbstorganisation.

Über 60 Prozent der befragten Führungskräfte sind der Meinung, dass der stärkste Wandel ihrer Rolle im sozialen und zwischenmenschlichen Bereich zu verorten ist. Hierarchien werden flacher, Führung dezentralisiert sich und wird lateraler sowie zugleich digitaler. Gleichzeitig nimmt der Zeitaufwand für Führungsaufgaben beträchtlich zu.

Obwohl ihr Aufwand wächst, befürwortet die Mehrheit der befragten 1.566 Führungskräfte diesen Trend und sieht der Tendenz zum partizipativem Führen positiv entgegen. Über die Hälfte der befragten Führungskräfte glaubt auch, dass trotz des Zurückdrängens der klassischen Linienführung der Führungsrolle weiterhin eine hohe Bedeutung zukommen wird.

Nur 30 Prozent der Befragten hält es für möglich, dass Führung im klassischen Sinne durch neue Formen der Selbstorganisation und Selbstverantwortung gänzlich abgelöst wird. 19 Prozent befürchten konkret, an Einfluss im Unternehmen einzubüßen.

Alles in allem sehen deutsche und österreichische Führungskräfte sehr positiv in die Zukunft. Nur 28 Prozent sind der Überzeugung, dass ihre Aufgabe bald schwerer werden wird. Die Mehrheitsmeinung lautet: Führung wird sich stark wandeln. Und das ist gut so.

Eigenständig denken und gemeinsam Handeln

1. Juni 2015

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Etwas mehr Hirn, bitte, lautet die Aufforderung des Neurobiologen Gerhald Hüther, der mit seinem neuesten Buch zur Wiederentdeckung der Freude am Denken und der Lust am gemeinsamen Gestalten einlädt. Seine These: „Jedes Lebewesen kann das in ihm angelegte Potenzial nur in einem koevolutionären Prozess mit allen anderen Lebensformen zunehmend besser zur Entfaltung bringen.“

Hüther beschreibt das Gehirn des Menschen als lernfähiges bzw. neuroplastisches System, das sich selbst organisiert. In Auseinandersetzung mit der Umwelt können Menschen sich fortentwickeln und transformieren. Zudem ist der Mensch als einziges Lebewesen der Erde in der Lage, über sich selbst nachzudenken und zu sich selbst und der Welt neue Perspektiven einzunehmen.

Die Suche nach Erkenntnis, so Hüther, geht allerdings in die Irre, wenn Menschen Lebewesen mit den gleichen Maßstäben wie Maschinen messen und damit das Prinzip der Selbstorganisation aus den Augen verlieren.

Als kritische Entwicklungsmotoren betrachtet Hüther auch Prinzipien wie Wettbewerb, Druck oder übermäßige Spezialisierung. Denn „kein lebendes System existiert für sich allein„. Menschliche Potenzialentfaltung ist auf die Einbettung in soziale Systeme angewiesen. Menschsein braucht Autonomie und zugleich soziale Verbundenheit.

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