Posts Tagged ‘VAKOG’

Immer der Nase nach

28. Juli 2020

baum-gros

Aus der Sicht von Bettina Pause, Professorin für biologische Psychologie, fängt unser Glück beim Riechen an. Geruch ist für sie aber nicht nur der „Türsteher“ zum Glück, sondern noch viel mehr. Aus Pauses Perspektive ist alles Geruchssache, was das Gehirn betrifft. Denn sie versteht unser Denkorgan evolutionär als ein Riechorgan: Je komplexer das Riechvermögen von Säugetieren, umso größer ihre Rechenzentrale Gehirn.

Um dieser Argumentation zu folgen, ist es wichtig, das eigene Wissen über den Geruchssinn auf den neuesten Stand zu bringen. Noch vor wenigen Jahren galt der tierische Geruchssinn als ausgebildeter als die menschliche Nase. Doch inzwischen darf angenommen werden, dass wir eine höhere Geruchsunterscheidungsfähigkeit besitzen als viele Tiere. Diese implizite Fähigkeit gerät jedoch in unserer am verstandesorientierten Denken ausgerichteten Kultur aus dem Blick.

Pauses These: „Riechen ist die Grundform des Fühlens.“ Und das Fühlen geht unseren kognitiven Entscheidungen (un-)bewusst immer voran. Weil Gerüche als einzige Sinneswahrnehmungen ungefiltert in das emotionale Gehirn gelangen, kommt ihnen eine zentrale Bedeutung für unsere Selbststeuerung zu. Gerüche erlauben uns beispielsweise, den genetisch passenden Partner zu finden. Im Sinne von Watzlawicks Formulierung „man kann nicht nicht kommunizieren“ ermöglicht die Chemokommunikation über Gerüche außerdem, beispielsweise Angst, Aggressionen oder auch den „Stallgeruch“ verwandter Menschen wahrzunehmen.

Der Geruchssinn ist die Basis für unsere soziale Intelligenz. So lässt sich nachweisen, dass Menschen mit einem entwickelten sozialen Netz tatsächlich feinere Nasen haben. Das menschliche „Parfum“ erlaubt es, Ähnlichkeiten in Bruchteilen von Sekunden zu erkennen und Rapport aufzubauen. Menschengeruch, so Pause, kann Empathie auslösen. Umgekehrt sendet es uns Störsignale bei Unstimmigkeiten und bedrohlichen Emotionen. Auffällig bei Menschen mit psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen: Bei ihnen ist die chemische Übertragung von Emotionen beeinträchtigt.

Die Auseinandersetzung mit dem unterschätzten Geruchssinn lohnt sich offensichtlich nicht nur für Glückssuchende, wie Bettina Pause überzeugend darlegt. Ein paar weniger Exkurse in Randgebiete und ein feinerer Riecher bei wertenden Kommentaren hätten ihrem Buch aber gut zu Gesicht gestanden.

 

Impact erzeugen

28. Februar 2017

Frühling

Jeder kennt das: Man kann eine Botschaft in noch so viele Worte verpacken und sie sorgfältig erklären – oft kommt sie nicht an oder wird schnell wieder beiseite geschoben. Anders reagieren Zuhörer, wenn Impact-Techniken verwendet werden, wie die kanadische Psychologin Danie Beaulieu sie in ihrem Buch zu dieser Methode beschrieben hat.

Impact-Methoden heißen so, weil sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen und hohe Nachhaltigkeit erzeugen. Möglich ist das durch den Einsatz prägnanter Bilder, Metaphern und Symbole sowie Handlungen. Im NLP und in der Hypnose wird der Begriff Anker für Methoden mit diesem starkem Erinnerungswert genutzt. Impact-Techniken setzen Anker über den Verlauf eines Gesprächs oder einer Lernsituation hinaus.

Danie Beaulieu bringt die sieben mnemotechnischen, sprich: die Erinnerung fördernden Prinzipien, auf den Punkt, die bei Impact-Methoden zur Anwendung kommen. Das erste Prinzip ist das multisensorische Lernen, das Lernen mit allen Sinnen (im NLP VAKOG genannt). Abstrakte Worte werden beim multisensorischen Lernen mit Bildern, Handlungen und Gefühlen oder sogar Gerüchen verknüpft.

Multisensorische Methoden lösen auch das zweite mnemotechnische Prinzip ein: Sie machen abstrakte Konzepte bildhaft konkret. Nimmt man beispielsweise das Foto einer Person und tritt buchstäblich und tatsächlich mit den Füßen auf dieses Foto ein, gewinnt der Ausdruck auf jemandem herumtrampeln an emotionaler Intensität. Damit ist auch das vierte Prinzip bereits eingelöst: Das Erzeugen möglichst starker Emotionen.

In Verbindung damit steht auch das fünfte Prinzip, das auf dem Wecken von Interesse beruht. Zum Wecken von Interesse wiederum greift der Nutzer der Impact-Methode auf  das bislang noch nicht genannte dritte Prinzip zurück: Am besten wirken Metaphern, Bilder und Handlungen, wenn sie an die Lebenswelt des Klienten andocken und bereits bekannte Informationen nutzen, um Aufmerksamkeit zu mobilisieren.

Bleiben zum Schluss noch die letzten drei Prinzipien zu erwähnen: Spaß, Einfachheit und entspanntes Wiederholen. Doch trotz zahlreicher Beispiele im Buch und einem großen Fundus an Ideen bleibt dem Leser natürlich nicht erspart, nach der Lektüre seine eigene Kreativität zum Erzeugen starker Impacts zu mobilisieren.

Die Sinne schärfen

23. Juli 2012

Wozu eigentlich die Sinne schulen? Auch ohne Vorsatz gelingt es uns doch, zu sehen, zu hören und zu fühlen. Wenn Sie allerdings  einmal ganz bewusst beispielsweise eine köstliche Mahlzeit oder Massage genossen haben, wissen Sie, um wieviel stärker Sinneseindrücke durch gezielte Wahrnehmung werden können. Konzentrierte Aufmerksamkeit trägt enorm zur Intensivierung der Sinnesintensität bei. 

Und was ist der Vorteil der gesteigerten Wahrnehmung? Unsere Sinneseindrücke sind die Grundlage unserer Entscheidungen. Denn sie nehmen nicht nur Informationen von außen auf. Sie  senden uns auch Signale darüber, wie sich ein Außenreiz mit unserem Körper und unserer gesamten Persönlichkeit verträgt.

Nehmen wir dieses Sinnesfeedback nicht wahr, „übersehen, -hören oder -fühlen“ wir es, können wir mit unserem Verstand zu falschen Schlussfolgerungen gelangen. Denn unser Denken ist nur so gut ist wie die Sinnes-Datenbasis, auf die wir zurückgreifen können.

Ein „achtsames“, bewusstes Wahrnehmen im Alltag fördert also gute persönliche Entscheidungen und erhöht selbstverständlich nebenbei auch die Lebensqualität

Die Wahrnehmung schärfen

23. August 2010

Wissen Sie, wie Sie Ihre Wahrnehmung und damit Ihr Erleben schärfen können? Wahrnehmung erscheint so selbstverständlich, dass uns nur in Ausnahmefällen bewusst wird, wie wichtig unsere Sinne als Informationslieferanten sind. Aber was wüssten wir ohne sie über uns und die Welt?

Wahrnehmung ist zunächst einmal ein körperliches Phänomen, das auf der Fähigkeit unseres Körpers beruht, über die Sinnesorgane wie Augen, Ohren und Nase Informationen aufzunehmen.

Der wesentliche Aspekt der Wahrnehmung ist jedoch mental. Denn unser Geist filtert aus einer unendlichen Fülle an Sinnesreizen die für uns wichtigen heraus. Wir nehmen vor allem das wahr, was uns vor dem Hintergrund unserer Bedürfnisse, Wertvorstellungen und Weltideen interessiert.

Und genau an diesem Punkt setzt das Wahrnehmungstraining an. Achten Sie im Alltag bewusst darauf, ob Ihnen Ihre Sinne bestätigen, was Ihr Weltbild für richtig hält:

  • Vielleicht halten Sie ja schon länger an einer Idee fest, die in Ihrem Erleben nicht mehr gültig ist?
  • Vielleicht stimmt ja Ihre Idee und ist durch die Vernachlässigung der Sinne nur ein wenig leblos und fad geworden?
  • Vielleicht entdecken Sie über eine bewusste Wahrnehmung ganz neue Ideen und Apekte, die Ihr Leben bereichern können?

Auf diese Art wird Ihr Wahrnehmungstraining nicht nur zu einer Achtsamkeitsübung, sondern auch zu einer wirkungsvollen Lebens-Balance, Genuss- und Veränderungsstrategie.

Die richtige Strategie wählen

21. August 2009

mann-junger

In schöner Regelmäßigkeit begegnen uns Schlagworte wie  Erfolgs-, Glücks- und Motivationsstrategie. Allein das Wort „Strategie“ verspricht, das eigene Schicksal gezielt beeinflussen zu können.

Doch wussten Sie, dass Sie – genau genommen – diese Strategien bereits seit langem kennen?

Für bestimmte Lebensbereiche und persönlichen Rollen wissen wir genau, wie wir erfolgreich, glücklich und motiviert sein können. Wir kommen nur nicht auf die Idee, dieses Wissen in die Felder unseres Lebens zu tragen, in denen uns diese Positivstrategien fehlen.

Dabei ist der Weg leicht, wenn Sie sich dazu entschließen, Ihre Positivstrategien einmal genauer zu analysieren. Was genau erleben Sie, wenn Sie zum Beispiel für Ihr Hobby motiviert sind?

Sind es reizvolle Bilder oder Klänge von der erwarteten Situation? Oder ist es die Vorfreude auf ein bestimmtes Gefühl? Welche Überzeugungen schwingen mit, wenn Sie an Ihr motivierendes Projekt denken?

Vergleichen Sie im Anschluss daran Ihr Erleben bei einem wenig motivierenden Projekt. Was lässt sich aus dem Positiverleben übertragen? Vielleicht die Idee, sich vor dem Start ein angenehmes Bild vom erwarteten Projekt zu machen? Vielleicht eine Überzeugung, die den Nutzen Ihres Projekts in einem motivierenden Licht erscheinen lässt?

Sie werden erstaunt sein, wie groß Ihr persönliches Expertenwissen in Sachen Erfolg-, Glück- und Motivatgionsstrategien ist.

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