Posts Tagged ‘Moderation’

Die Strukturen befreien

30. Oktober 2019

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„Lasst uns zum Äußersten greifen – wir müssen reden!“, pflegt ein Trainerkollege zu scherzen, wenn die Dinge sich zuspitzen. Im schnellen Wandel der agilen VUCA-Welt rückt die vielbeschworene Praxis der Kommunikation in Organisationen nun tatsächlich immer weiter in den Mittelpunkt. In ihrem Buch Liberating Structures zeigen Henri Lipmanovics und Keith McCandless, wie mit 33 einfachen Dialogideen produktive Prozesse initiiert werden können.

Die befreienden Strukturen steigen aus konventionellen Kommunikationen aus, wie wir sie zum Beispiel von Präsentationen und klassisch moderierten Diskussionen kennen. Stattdessen zielen sie darauf, das Engagement alle Beteiligten in Klein- oder Großgruppen zu mobilisieren. Das ist zwar bei weitem nicht so „… völlig neuartig und alles verändernd und damit ein guter Ersatz für die bisherigen kontrollierenden oder erzwungenen Lösungsansätze“, wie Keith McCandless und Johannes Schartau in einem Whitepaper erklären. Liberating Structures bieten aber für jedermann leicht zugängliches Handwerkszeug, das schnell erlernt werden kann.

Mit den 33 Tools der Liberating Structures lassen sich alle Aufgaben lösen, die in ganzheitlich-systemisch ausgerichteten Moderationen anstehen. Auf der Homepage werden die Tools beispielsweise nach sechs Einsatzgebieten sortiert: a) Tools für das Teilen oder Verbreiten von Ideen, Know-How und Erfahrungen, b) Tools für das Offenlegen, Entdecken, Erschaffen, Entwickeln oder Verbessern von Möglichkeiten, Lösungen und Ideen, c) Tools, die bei der konkreten Zusammenarbeit unterstützen, d) Tools für das Untersuchen, Erkennen, Klären, Detaillieren und Debriefen, e) für das Entwerfen von Strategien, sowie f) für das Planen. Letztendlich lassen sich aber alle 33 Microstrukturen entweder einzeln nutzen oder für bestimmte Zwecke individuell zusammenstellen.

Liberating Structures erfinden das ganzheitliche Moderationsrad nicht neu. Bereits seit den neunziger Jahren sind dazu vielerlei Methoden wie Appreciative Inquiry oder Open Space und World Café entwickelt und praktiziert worden. Erfrischend ist aber tatsächlich die Einfachheit und der Pragmatismus, mit dem die einzelnen Methoden miteinander verknüpft werden. Am sofortigen Einsatz führt daher kein Weg vorbei.

Kollaboration ermöglichen

4. Juni 2019

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Eine zentrale These des Moderationsleitfadens Erfolgreiche Innovationsworkshops von Reinhold Pabst, Vera Podlinski und Lisa Koch: Die Bedeutung der Kollaboration, lat. für Zusammenarbeit, wächst enorm. Denn allein Kollaboration, von den Autoren definiert als das sich ergänzende Arbeiten in interdisziplinären Teams, gewährleistet maximale Kreativität und die heute immer stärker eingeforderte hohe Nutzerfreundlichkeit von Produkten.

Mit ihrem Leitfaden geben sie praktische Anregungen, wie Zusammenarbeit in buntgemischten Teams modular und anlassbezogen gut organisiert werden kann. Ihren Innovation Circle, der die Schritte Evaluieren, Initiiieren, Generieren und Präsentieren umfasst, verstehen sie als Mini-Variante des Design Thinking-Modells.

Die einzelnen Schritte des Innovation Circles werden mit zahlreichen Tools unterlegt. Dazu gehören viele Klassiker, wie das Brainstorming oder die SWOT-Analyse. Aber auch einige aktuelle Methoden wie Prototyping und das Business Model Canvas finden ihren Platz.

Unterm Strich bietet das Buch einen kompakten Überblick über die Moderation, verpackt in lebendiger Grafik und aufgelockert durch Anwenderinterviews, Stories und Memos. Es ist allerdings selbst weniger innovativ, als der Titel vermuten lässt.

Coaching meets Moderation

29. März 2018

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Was ist Teamcoaching? Und gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Teamcoaching und Team-Moderation? Vergleicht man die Geisteshaltung des Coachs mit der eines Moderators oder Facilitators, tun sich Gemeinsamkeiten auf: Im Zentrum beider Ansätze steht die Förderung der Selbstorganisation und Selbstführung. Sowohl Coachs als auch Moderatoren zielen mit ihren Methoden darauf, Teams zum Finden eigener Lösungen zu befähigen. Ist der Teamcoach also auch Moderator und dieser zugleich Coach?

Teamcoaching versteht sich als Maßnahme, um Teams zu bilden, zu entwickeln und in Krisen sowie bei Konfliktfällen zu unterstützen. In der Regel kommen dabei externe Coachs zum Einsatz. Aber auch immer mehr Führungskräfte nutzen inzwischen den coachenden Führungsstil bzw. das entwicklungsorientierte Führen mit Coaching-Methoden, um ihre Teams bei der Selbstorganisation zu zu fördern. In beiden Fällen werden Methoden der Moderation verwandt. Diese bieten Teams den organisatorisch-prozessorientierten Rahmen für ihre Selbstorganisation.

Der Moderationsansatz kann jedoch nicht gleichgesetzt werden mit Teamcoaching. Denn im engeren Sinne ist Moderation, ob durch einen externen Moderator oder eine moderierende Führungskraft, keine Teambildungs- oder Teamentwicklungsmaßnahme. In der Moderation stehen nicht die Teamqualität, sondern Themen oder Aufgaben im Mittelpunkt. Moderatoren oder Faciltators haben den Auftrag, Räume zu erzeugen, in denen sich Teamkreativität zur Lösung dieser Aufgaben entwickeln kann. Dass dabei auch Coaching-Methoden zum Einsatz kommen können, versteht sich von selbst.

Der Unterschied zwischen Teamcoaching und Moderation liegt also weder in der Philosophie noch den verwendeten Methoden begründet. Vielmehr entscheidet die Aufgabenstellung darüber, ob Teamcoaching oder Moderation zum Einsatz kommen.

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