Posts Tagged ‘coachender Führungsstil’

Der Führungsbegriff wandelt sich

26. Juni 2018

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Wer die Diskussion um den Wandel der Arbeitswelt durch die Digitalisierung verfolgt, kennt bereits Schlagworte wie Komplexitätsmanagement und disruptive Innovation sowie Agilität als neue Ansätze zum Umgang mit diesen Phänomenen. Andere Buzzwords rund um den Wandel heißen Selbstorganisation und entwicklungsorientiertes, coachendes Führen. Welche Folgen haben sie für das bisherige Konzept des Führens?

Der klassische Fühungsbegriff ist ganz offensichtlich einer radikalen Neudeutung ausgesetzt. So wandelbar und vielfältig auch die bisherigen Führungsideen: ein wesentliches Merkmal der Führung war immer die klare Unterscheidung zwischen Führung und Geführten. Wer führt, ist diesem Verständnis nach anderen vorgesetzt (wenn er auch selbst Vorgesetzte haben mag). Er verpflichtet zu sich der Aufgabe, mit welchem Stil auch immer, Mitarbeiter zum Erreichen vorgegebener Ziele zu führen.

Diese Dualität löst sich nun schrittweise auf. Die Führungskraftrolle und die Geführtenrolle nähern sich an. Denn Selbstorganisation in Teams bedeutet nicht zuletzt, nicht mehr vorgegebene, sondern selbst definierte Ziele zu erreichen und eigene Zukunftsvisionen zu entwickeln. Führung wird im selbstorganisatorischen Kontext daher zu einer Dienstleistung, die Teams zu besseren Ergebnissen verhelfen soll.

Diese Dienstleistung kann, muss aber nicht an eine Vorgesetzten-Rolle mit hierarchischer Überordnung gebunden sein. Stattdessen kann die Führung in Abhängigkeit zum jeweiligen Kontext und zur Situation vom Team an wechselnden Personen übergeben werden. Einzelne Verantwortlichkeiten wie das Moderieren von Teams oder das Coachen von Einzelnen können darüber hinaus in unterschiedlichen Händen liegen. Ebenso darf Führung rollieren.

Weil in selbstorganisatorischen Kontexten das Treffen von Entscheidungen, das Entwickeln von Zielen sowie Zielkriterien und die Organisation von Umsetzungsschritten in der Hand von Teams liegen können, öffnet sich der Raum für neue Führungsaufgaben. Das bereits erwähnte Führen im moderierenden bzw. coachenden Sinne ist kein inhaltliches Führen mehr, sondern vor allem ein Führen durch Prozesse und ein Bereithalten der dafür passenden Tools.

Im Wortsinne des englischen Begriffs Facilitator sind die neuen Führungskräfte Erleichterer und Ermöglicher. Als Moderatoren und Coachs stellen sie die Menschen in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit und setzen aus der Metaperspektive Akzente zur Verbesserung der Selbstorganisation. 

Doch Selbstführung ist für viele Teams noch ein entferntes Ziel. Die klassische Führungskraft wird uns daher noch eine Weile begleiten, auch wenn sich ihr Rollenbild Stück für Stück aufzuweichen beginnt. Der coachende bzw. entwicklungsorientierte Führungsstil und moderne Formen der Moderation sind allerdings wichtige Brücken auf diesem Weg.

Coaching meets Moderation

29. März 2018

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Was ist Teamcoaching? Und gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Teamcoaching und Team-Moderation? Vergleicht man die Geisteshaltung des Coachs mit der eines Moderators oder Facilitators, tun sich Gemeinsamkeiten auf: Im Zentrum beider Ansätze steht die Förderung der Selbstorganisation und Selbstführung. Sowohl Coachs als auch Moderatoren zielen mit ihren Methoden darauf, Teams zum Finden eigener Lösungen zu befähigen. Ist der Teamcoach also auch Moderator und dieser zugleich Coach?

Teamcoaching versteht sich als Maßnahme, um Teams zu bilden, zu entwickeln und in Krisen sowie bei Konfliktfällen zu unterstützen. In der Regel kommen dabei externe Coachs zum Einsatz. Aber auch immer mehr Führungskräfte nutzen inzwischen den coachenden Führungsstil bzw. das entwicklungsorientierte Führen mit Coaching-Methoden, um ihre Teams bei der Selbstorganisation zu zu fördern. In beiden Fällen werden Methoden der Moderation verwandt. Diese bieten Teams den organisatorisch-prozessorientierten Rahmen für ihre Selbstorganisation.

Der Moderationsansatz kann jedoch nicht gleichgesetzt werden mit Teamcoaching. Denn im engeren Sinne ist Moderation, ob durch einen externen Moderator oder eine moderierende Führungskraft, keine Teambildungs- oder Teamentwicklungsmaßnahme. In der Moderation stehen nicht die Teamqualität, sondern Themen oder Aufgaben im Mittelpunkt. Moderatoren oder Faciltators haben den Auftrag, Räume zu erzeugen, in denen sich Teamkreativität zur Lösung dieser Aufgaben entwickeln kann. Dass dabei auch Coaching-Methoden zum Einsatz kommen können, versteht sich von selbst.

Der Unterschied zwischen Teamcoaching und Moderation liegt also weder in der Philosophie noch den verwendeten Methoden begründet. Vielmehr entscheidet die Aufgabenstellung darüber, ob Teamcoaching oder Moderation zum Einsatz kommen.

Mit Selbstführung zum Ziel

3. Oktober 2016

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„Die besten Voraussetzungen, erfolgreich mit beruflichen Herausforderungen umzugehen, liegen“, so der  Psychologieprofessor Günter F. Müller und der Unternehmehnsberater Walter Braun, „im Menschen selbst.“ Mit ihrem Buch Selbstführung. Wege zu einem erfolgreichen und erfüllten Berufs- und Arbeitsleben möchten sie zeigen, wie Menschen durch die Selbstführung ihrer inneren Bilder, Gedanken und Motive Ziele erreichen und zugleich gesund bleiben können.

Das Konzept der Selbstführung, eng verknüpft mit systemisch-ganzheitlichem Denken, moderner Neurobiologie und Positiver Psychologie, geht davon aus, dass nachhaltige Motivation nur intrinsisch entwickelt werden kann: Ziele, Visionen und intrinsische Zielreize treiben den Menschen voran. Darüber hinaus ist emotionale Achtsamkeit  und aktives Emotionsmanagement notwendig, um leistungsförderliche Gefühle und körperliche Bedürfnisse in Balance zu bringen.

Doch Selbstführung ist kein „Selbstläufer“. Selbstführungskompetenz will nicht nur trainiert werden. Sie stellt auch einige Vorannahmen über die Rolle des Mitarbeiters sowie der Führungskraft in Frage. Selbstführung ist daher auch Selbstentwicklung und Ausrichtung auf die neue Eigenverantwortlichkeit. Externes Coaching, aber auch der entwicklungsorientierte Führungsstil, stellen wertvolle Hilfen auf diesem Weg dar.

Welche Bedingungen müssen noch gegeben sein, damit Selbstführung im Unternehmenskontext gelingt? Müller und Braun fordern zur selbstführungsgerechten Organisationsgestaltung neben einer neuen Führungsphilosophie vor allem dezentrale Strukturen und eine Deregulierung ein. Mit zahlreichen Checklisten und Test ausgestattet, ist ihr Buch praktisch und anwendungsorientiert: Die bewusste Selbstführung kann beginnen.

Der coachende Führungsstil kommt

7. März 2016

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Für die repräsentative Studie „Emotionale Führung am Arbeitsplatz“ hat die  Unternehmensberatung Rochus Mummert 1.000 deutsche Arbeitnehmer befragt. Das positive Ergebnis aus Sicht der Studienmacher: 23 Prozent der  Befragten geben an, im Unternehmen „nicht als Zielgruppen, sondern als Menschen“ angesprochen zu werden, so Dr. Hans Schlipat, Managing Partner der Rochus Mummert-Gruppe.

Die Studie plädiert für eine Art der Führungstätigkeit, bei der Mitarbeiter individuelle Unterstützung und Raum für Entwicklung erfahren. Der coachende Führungsstil entwickelt Potenziale und weckt ein Maximum an Motivation. Die persönliche Ansprache der Mitarbeiter steigert nicht nur die Identifikation mit der Aufgabe. Sie fördert auch die Bereitschaft, Unternehmensentwicklungen emotional mitzutragen.

Die Studie belegt aber auch: Noch immer bevorzugen viele Unternehmen den direktiven Führungsstil. Immerhin 24 Prozent der Befragten berichten von einer Befehlskultur in ihrem Arbeitsalltag. Die Studie plädiert daher für eine weitere Öffnung der Führungs- und Leistungskultur. Sowohl zielgerichtete Führungskräfte-Coachings im Unternehmen als auch eine Coaching-Qualifizierung der Führungskräfte kann dazu beitragen, die nötige Öffnung zu vollziehen.

Teams mit Coaching-Methoden führen

3. September 2013

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NLP bietet eine Vielzahl an Methoden und Tools für das Einzel-Coaching. Das sorgfältige Wahrnehmen und Sicheinschwingen auf das Gegenüber, Kalibrieren und Rapport genannt, sind dabei wesentliche Voraussetzungen für den Coaching-Erfolg. Doch wie überträgt man diese Herangehensweisen auf komplexe Gruppen- und Teamsituationen? Wie hält der Coach oder die mit Coaching-Methoden arbeitende Führungskraft Rapport im Team?

Martina Schmidt-Tanger und Holger Backwinkel zeigen, wie NLP für das Coachen und Führen von Teams fruchtbar gemacht werden kann. Erfolgreiches Coaching für Teams vermittelt vor allen Dingen, wie Rapport-Transfer gelingt. Der bewusste Umgang mit Sprache und das Erkennen von Metaprogrammen sind dabei genauso wichtig wie die körpersprachlichen Signale, die vom Coach ausgehen.

Das Buch bietet außerdem einen systematischen Überblick über alle Tools für die verschiedensten Anforderungen im Team: Teammoderation, Teamcoaching, Konflikt-Coaching sowie Teamentwicklung sind die Stichworte, die im Mittelpunkt stehen. Ein praktikabler Leitfaden, der gleich in die Tat umgesetzt werden kann.

Eine starke Motivation entwickeln

8. Januar 2013

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Was motiviert Menschen, sich für ihre Arbeit und ihren Arbeitgeber zu engagieren? Ein Thema, das Wissenschaftler wie Unternehmer seit langem bewegt. Umso erstaunlicher, dass die Wirtschaft wesentliche Erkenntnisse der Motivationsforschung nur zögerlich in neue Konzepte umsetzt.

In  Drive. Was Sie wirklich motiviert fasst der Journalist Daniel Pink den Stand der Forschung unter drei zentralen Stichpunkten zusammen: Motivation entsteht, wenn Menschen

  • Freiraum für selbstbestimmtes Handeln haben
  • sich durch ihre Aufgaben angemessen herausgefordert fühlen und dabei besser werden können
  • Aufgaben lösen, die sie aus ihrer Warte als sinnerfüllt erleben können.

Umgekehrt gilt, dass das „Zuckerbrot und Peitsche-Prinzip“ sowie monetäre Anreize Eigenmotivation verdrängen und Kreativität im Job schmälern können.

Welche Schlussfolgerungen für Unternehmen ergeben sich aus Drive? Führungsstile, die Eigenbestimmtheit und Potenzialentfaltung fördern, stärken die Motivation und die Identifikation mit dem Unternehmen. Ein coachender Führungsstil , auch entwicklungsorientierter Führungsstil genannt, kann ein wesentlicher Schritt in diese Richtung sein.

Mit Sprache führen

8. Oktober 2009

2 Personen

Seit frühester Kindheit sind wir mit der Sprache und ihren vielfältigen Möglichkeiten vertraut. Wir benutzen sie täglich mit Erfolg. Und doch machen wir uns oft wenig Gedanken darüber, welche Wirkungen wir erzielen. Denken Sie an folgende Punkte, wenn Sie mit Sprache bewusst führen wollen:

  • Sprache ist Wirklichkeitsdeutung. Wann immer Sie Ihr persönliches Erleben in Sprache fassen, erschaffen Sie Ihre individuelle Perspektive auf das, was wir Wirklichkeit nennen.
  • Sprache ist eine der wichtigsten Form des Handelns. Das von Ihnen in Sprache entwickelte Bild der Realität wirkt auf Ihr eigenes Handeln und natürlich auch auf das der anderen ein.
  • Sprache ist das wichtigste Medium des Führens. Mit Sprache können Sie Handlungshorizonte erschließen, motivieren und Verantwortung fördern. Sie können aber auch Spielräume einschränken und Unlust sowie Resignation erzeugen.

Prüfen Sie doch eine Weile bewusst, wie Sie Wirklichkeitsbilder erzeugen und damit sich selbst und andere zu Bewertungen, Einstellungen und Handlungen anregen. Checken Sie auch, ob es produktivere Alternativen zu Ihren bisherigen Sichtweisen gib.

Natürlich können Sie auch noch mehr über Sprache und ihre vielfältigen Möglichkeiten lernen. Insbesondere im NLP und Coaching finden Sie zahlreiche Anregungen und Methoden zur wirkungsvollen Kommunikation.

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