Posts Tagged ‘NLP’

Theorie und Praxis im engen Dialog

15. März 2017

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Der Verlag mangerSeminare hat erneut eine Methodenstudie zur deutschen Weiterbildungsszene erstellt. Insgesamt 1.118 Weiterbildner haben Ende 2016 Auskunft über die theoretischen Denkschulen gegeben, die ihre Arbeit als Coach, Trainer und Berater prägen. Die Quintessenz des Autors Jürgen Graf: Die deutschen Weiterbildner beschränken sich nicht auf eine theoretische Richtung. Sie benutzen mehrere Modelle, um ihr Praxishandeln zu strukturieren und zu reflektieren.

Zwar fließen im Durchschnitt 5,5 Denkschulen in die Tätigkeit eines Weiterbildners ein. Die Studie zeigt jedoch, dass die Kommunikationspsychologie nach Schulz von Thun mit großem Abstand als führende Methode bezeichnet werden darf. 73,4 Prozent der Studienteilnehmer aus den Bereichen Training, Coaching und Beratung berufen sich auf diese Methode. Im Bereich Coaching sind dagegen die Lösungsfokussierte Beratung, die systemische Familientherapie sowie die Hypnotherapie führend .

NLP wird bei der Befragung gleich nach der Themenzentrierten Interaktion (TZI) an sechster Stelle genannt. Im Durchschnitt verwenden 35,3 Prozent der Befragten NLP-Methoden. Zusammen mit der Transaktionsanalyse und der Gewaltfreien Kommunikation gehören NLP und TZI zu den gängisten Methoden im Bereich Training. NLP ist auch nach wie vor aufgrund zahlreicher Qualifizierungsangebote die am leichtesten zugängliche Methode jenseits einer akademischen Qualifizierung.

Theorie und Praxis stehen in der deutschen Weiterbildungsszene im engen Dialog. Die Theorie stärkt die im Arbeitsalltag geforderten Lösungskompetenzen wie zum Beispiel die Unterstützung des Lerntransfers oder die Steuerung der Gruppendynamik. Sie bietet aber auch den Rahmen, um das eigene berufliche Handeln zu reflektieren.

Impact erzeugen

28. Februar 2017

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Jeder kennt das: Man kann eine Botschaft in noch so viele Worte verpacken und sie sorgfältig erklären – oft kommt sie nicht an oder wird schnell wieder beiseite geschoben. Anders reagieren Zuhörer, wenn Impact-Techniken verwendet werden, wie die kanadische Psychologin Danie Beaulieu sie in ihrem Buch zu dieser Methode beschrieben hat.

Impact-Methoden heißen so, weil sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen und hohe Nachhaltigkeit erzeugen. Möglich ist das durch den Einsatz prägnanter Bilder, Metaphern und Symbole sowie Handlungen. Im NLP und in der Hypnose wird der Begriff Anker für Methoden mit diesem starkem Erinnerungswert genutzt. Impact-Techniken setzen Anker über den Verlauf eines Gesprächs oder einer Lernsituation hinaus.

Danie Beaulieu bringt die sieben mnemotechnischen, sprich: die Erinnerung fördernden Prinzipien, auf den Punkt, die bei Impact-Methoden zur Anwendung kommen. Das erste Prinzip ist das multisensorische Lernen, das Lernen mit allen Sinnen (im NLP VAKOG genannt). Abstrakte Worte werden beim multisensorischen Lernen mit Bildern, Handlungen und Gefühlen oder sogar Gerüchen verknüpft.

Multisensorische Methoden lösen auch das zweite mnemotechnische Prinzip ein: Sie machen abstrakte Konzepte bildhaft konkret. Nimmt man beispielsweise das Foto einer Person und tritt buchstäblich und tatsächlich mit den Füßen auf dieses Foto ein, gewinnt der Ausdruck auf jemandem herumtrampeln an emotionaler Intensität. Damit ist auch das vierte Prinzip bereits eingelöst: Das Erzeugen möglichst starker Emotionen.

In Verbindung damit steht auch das fünfte Prinzip, das auf dem Wecken von Interesse beruht. Zum Wecken von Interesse wiederum greift der Nutzer der Impact-Methode auf  das bislang noch nicht genannte dritte Prinzip zurück: Am besten wirken Metaphern, Bilder und Handlungen, wenn sie an die Lebenswelt des Klienten andocken und bereits bekannte Informationen nutzen, um Aufmerksamkeit zu mobilisieren.

Bleiben zum Schluss noch die letzten drei Prinzipien zu erwähnen: Spaß, Einfachheit und entspanntes Wiederholen. Doch trotz zahlreicher Beispiele im Buch und einem großen Fundus an Ideen bleibt dem Leser natürlich nicht erspart, nach der Lektüre seine eigene Kreativität zum Erzeugen starker Impacts zu mobilisieren.

Erfolgreich verändern lernen

2. November 2016

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Veränderung ist ein alltäglicher Begriff: Immer und überall verändert sich etwas in unserem Leben und zu jeder Zeit verändern wir uns mit. Doch was bedeutet der Begriff eigentlich genau? Welche Facetten kennzeichnen Veränderung? Was können wir angesichts des stetigen Wandels tun, um souverän mit dem Phänomen Veränderung umzugehen?

Veränderung ist selbstverständlich vielgestaltig. Zwei Aspekte des Begriffs lassen sich allerdings unterscheiden. Zum einen ist Veränderung ein Prozess der Abwandlung: Bekanntes nimmt neue Gestalt an, wird modifiziert und in Teilen aktualisiert. Beispielsweise spricht die Biologie von Prozessen der Evolution und Mutation. Politik und Rechtswissenschaft novellieren Gesetze und gestalten sie zeitgerecht um. Menschen sowie Organisationen passen sich in ihrem Verhalten und Denken an neue innere Bedürfnisse, aber auch an veränderte äußere Gegebenheiten an.

Zum anderen bezeichnet Veränderung einen Prozess der grundlegenden Neugestaltung. Etwas qualitativ Neues tritt an die Stelle des Alten. In der Geschichte spricht man von Revolutionen, wenn sich innerhalb einer kurzen Zeitspanne neue Gesellschaftsformen und Sichtweisen etablieren. Auch im Leben eines Menschen oder einer Organisation kann es gewissermaßen zu revolutionären Umwandlungen kommen. Wir sagen dann, jemand habe sich neu erfunden.

Erfolgreiche Veränderungen gehen immer mit Lernprozessen einher, ob die Veränderung nun auf einer Anpassung an veränderte äußere Umstände oder auf einer gezielt angestrebten Selbstveränderung beruht. Denn wer Lernen angesichts stetiger biologischer, sozialer, polistischer oder anderer Wandlungsprozesse verweigert, wird mittel- bis langfristig in Widersprüche geraten. Diese Widersprüche zeigen sich im Inneren als Symptome, im Äußeren als Konflikte.

Veränderungen werden daher oft als spannungsgeladen erlebt. Das an Zukunftsvisionen ausgerichtete Coaching mit NLP kann allerdings helfen, schnell Klarheit über neue Wege zu erlangen und Lernprozesse sowohl zu erleichtern als auch zu beschleunigen. Systemisches Coaching mit NLP unterstützt insbesondere Veränderungen, die nicht nur in veränderten Anpassungsstrategien, sondern tiefergreifenden qualitativen Lernprozessen bestehen.

Hypnotisch zum Ziel gelangen

1. August 2016

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Du kannst schaffen, was Du willst, lautet das Versprechen des Hypnotiseurs Jan Becker in seinem Buch zur Kunst der Selbsthypnose. Im Trancezustand können wir auf die kreativen Fähigkeiten der rechten Gehirnhälfte zugreifen und innere Türen zur Veränderung öffnen: Ungünstige Angewohnheiten, Krankheits-Symptome, Stress und lästige Gedanken kommen unter Kontrolle. Motivation, Spaß und Zielstrebigkeit wachsen. Auch die Partnerschaft profitiert.

Anschaulich und locker stellt Becker zusammen, was in den Feldern NLP, Hypnose, Coaching und Neurobiolgie zum Standardwissen gehört. Er liefert viele praktische Anleitungen, anschauliche Bespiele, Tipps und Trancetexte, mit denen es Laien gelingt, selbst in Hypnose zu gehen und hypnotische Techniken in den Alltag zu integrieren. Kleine Experimente erlauben außerdem, sofort Wirkungen nachzuprüfen und an sich selbst zu verspüren.Hypnose verliert das Geheimnisumwobene, das bei vielen Menschen Distanz zu diesem Phänomen und dieser praktischen Selbstmanagementmethode geschaffen hat.

Mit diesen Qualitäten hat es Becker den Sprung in die Spiegel-Bestseller-Liste geschafft. Bei Amazon wird sein Buch außerdem zur Zeit als Bestseller Nr. 1 in der Katetorie Meditationseinführungen & -techniken geführt. Für Hypnose-und NLP-Erfahrene, aber auch für NLP-Einsteiger gibt es allerdings meiner Meinung nach bessere Bücher. Doch die Sehnsucht, das zu schaffen, was man will, ist offennbar groß. Das Versprechen des Klappentexts, mit Selbsthypnose den Zugriff auf die automatischen Kontrollzentren unseres Geistes und Körpers zu erlangen, übt offenbar hohe Anziehungskraft aus.

 

Selbstentwicklung oder Selbstoptimierungswahn?

29. Juni 2016

 

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Schon mehr als drei Jahrzehnte beschäftigt uns die Idee der Selbstoptimierung. Nicht zuletzt NLP selbst hat dem Selbstoptimierungsdrang Vorschub geleistet. Der Coaching-Boom hat das Streben nach dem Optimum noch verstärkt. Doch natürlich hat sich auch bereits eine Gegenbewegung formiert. Titel wie Du sollst nicht funktionieren von Ariadne von Schirach zeigen, dass das Selbstentwicklungskonzept immer wieder einseitig perfektionistisch und fehlerorientiert verstanden wird. Also doch So scheiße bleiben, wie man wirklich ist, wie Rebecca Niazi-Shahabi in ihrem Buchtitel fordert?

Natürlich nicht. Aber es gilt, die Maßstäbe und Werte zu klären, an denen sich menschliche Entwicklung ausrichten kann. Sebstoptimierung orientiert sich am Perfektionismus. Dieser nährt sich von der Idee, ein fiktives Optimum zu einhundert Prozent leben zu können. Bei genauerer Betrachtung ist das eine lebens- und entwicklungsfeindliche Idee, da sich bei lebenden, sich permanent in Anpassung an die Umwelt verändernden Systemen, wie Menschen sie sind, kein statischer Optimalzustand definieren lässt.

Was in einem bestimmten Moment optimal funktioniert, kann zu einer anderen Zeit durchaus dysfunktional sein. Eigentlich bedeutet Selbstentwicklung ja, genau dieses Phänomen zu akzeptieren und zu verstehen. Wenn aber Perfektionismus in die Irre führt, welche Ideen, Werte und Konzepte können dann Orientierung für die eigene Entwicklung bieten? Und was können Methoden und Techniken des Selbstmanagements überhaupt realistischerweise dazu beitragen?

Aus systemischer Warte ist Persönlichkeitsentwicklung immer ein höchst individueller Prozess, der zuallererst Orientierung am inneren Gleichgewicht und Wohlbefinden braucht. Richtet sich Selbstoptimierung an vorgegebenen Schablonen aus, ist also fremdbestimmt, bedeutet Selbstentwicklung im Gegensatz dazu, eigene Maßstäbe zu erforschen, kennenzulernen und zu leben. Selbstentwicklung ist immer auch Selbstentdeckung, ein Kennenlernen und Erkunden der eigenen Maßstäbe.

Methoden und Techniken wie das systemische Coaching mit NLP können letztendlich nur Anregungen zur Selbstentwicklung bieten und selbstregulative Prozesse stimulieren. Orientiert sich diese Entwicklung an lebenswerten persönlichen Visionen und Zielen, kommen Menschen sich bei diesem Prozess näher, anstatt sich durch perfektionistische Selbstkritik von sich zu entfernen.

Kommunikation von Bäumen lernen

1. April 2016

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Kommunikation von Bäumen lernen? Eine merkwürdige Idee. Sind doch Bäume sprachlose und zugleich stationäre, zum räumlichen Perspektivwechsel unfähige Wesen. Wie soll unter diesen Voraussetzungen Austausch gelingen? Peter Wohlleben, Förster und Natürschützer, hat genauer hingeschaut. In seinem Buch Das geheime Leben der Bäume beschreibt er, was Bäume fühlen und wie sie kommunizieren.

Mit seiner Sicht auf Bäume verändert Wohlleben nicht nur unsere Vorstellung von Wäldern. Er vertieft auch unser Verständnis für die Interdependenz aller Lebewesen und die Komplexität nichtsprachlicher Kommunikation in der Natur. Bäume kommunizieren geruchlich, optisch, elektrisch auch auch akustisch. Sie sind im gleichen Maße wie wir soziale Lebewesen, unfähig, isoliert zu leben.

So brauchen sich Bäume gegenseitig. Ein Buchenwald beispielsweise ist produktiver, wenn die Bäume dicht stehen. Förster irren daher, wenn sie jedem einzelnen mehr Raum verschaffen. Auch Jungbäume profitieren von großer Nähe und dem Schatten eines Senior- oder Mutterbaums. Erhalten sie in den ersten Lebensjahren zu viel Licht, wachsen sie zwar schnell. Ihnen fehlt jedoch die nötige Reife, um mit den verschiedensten Umweltbedingungen gut umgehen zu können.

Aber auch die gute Baum-Zusammenarbeit reicht nicht aus, um optimale Lebensbedingungen zu schaffen. Genauso wichtig ist das kooperative Miteinander mit anderen Waldbewohnern. Bäume brauchen Freunde, um überlebenswichtige Informationen weiterzutragen und die Baumwelt miteinander zu vernetzten. Diese Funktion übernehmen vor allem Pilze, die in der Lage sind, ganze Wälder zu vernetzen und Nachrichten über Insekten, Dürren und weitere Gefahren zu übermitteln.

Wohlleben liefert überraschende und faszinierende Einblicke in eine Kommunikationswelt, die sich doch eigentlich nicht so sehr von der menschlichen Welt unterscheidet. Im Unterschied zu Bäumen versuchen wir allerdings immer wieder, aus der sozialen Kommunikation auszusteigen und kurzfristig wirksame, aber langfristig ökologisch kontraproduktive Lösungsansätze zu entwerfen.

Den inneren Schweinehund befreien

4. Januar 2016

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Alle Jahre wieder nehmen wir uns vor, im neuen Jahr bewusster, zielorientierter, sportlicher, auf jeden Fall aber gesünder zu leben … um dann oft schon nach kurzer Zeit festzustellen, dass sich mit dem Jahreswechsel unsere Art des Umgangs mit Zielen nicht gewandelt hat. Die Verantwortung dafür geben wir dem „inneren Schweinehund“, dieser vermeintlich bösen inneren Stimme, die für das Beibehalten alter Gewohnheiten plädiert. Warum nicht den Schweinehund aus der Verantwortung entlassen und stärker auf die eigene Wahrnehmung vertrauen?

Stattdessen bleiben wir Jahr für Jahr bei der naiven Idee, den Schweinehund als Verantwortlichen für unser Scheitern einfach verjagen zu können. Hier zeigt sich das erste Motiv für die große Stärke des „inneren Schweinehunds“: Die Drohung, verjagt zu werden, macht ihm selbstverständlich Angst und provoziert ihn zu trotzigen Verteidigungsschlägen.

Und damit kommen wir zum zweiten Motiv: Der „innere Schweinehunde“ ist sensibel und will  wahrgenommen werden. Beim Schmieden unserer mitunter radikalen Neujahrs-Pläne aber missachten wir seine Stimme und sein Gefühl. Wir hören erst auf ihn, wenn er laut knurrend und völlig übertrieben auf seine Einwändungen hinweist. Schnell geben wir dann nach, um kurz darauf wütend auf unsere eigene Nachgiebigkeit zu sein.

Und schon sind wir beim dritten Motiv für die Stärke unseres Schweinehunds angekommen: Je weniger wir seine Existenz wahrhaben wollen, umso treuer bleibt er uns erhalten. Denn die Aufgabe, Bedenken, Zweifel und Einwände gegen Ziele und Pläne wahrzunehmen, haben wir ganz an ihn delegiert.

Warum also nicht überdenken, wie wir an Ziele herangehen? Ein wichtiger Schritt dazu ist die Würdigung alter Lebensmodelle. Wer versteht, weshalb er bislang nicht so ehrgeizig, so sportlich und so gesund wie möglich gelebt hat, entwickelt einen besseren Zukunftsplan. Er würdigt mögliche Bedenken, für die früher der „innere Schweinehund“ zuständig war.

Durch das Vertrauen auf die eigene Wahrnehmung erhöht sich die Flexibilität beim Umsetzen und Anpassen von Zielen. Diese Herangehensweise besänftigt nicht nur Schweinehunde. Sie führt auch entspannter und nachhaltiger zum gewünschten Erfolg

 

 

 

Mit dem Körper kommunizieren

3. August 2015

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Kommunikation beginnt im Körper, nicht im Kopf. So der Untertitel zu Maja Storchs und Wolfgang Tschachers Buch zur Embodied Communication. Neurobiologische und psychologische Forschungen zeigen, dass Denken ohne Ankoppelung an Körperfeedback nicht vorstellbar ist. Kommunikation ist nicht die Übermittlung einer Information, sondern an Körperrückmeldungen gekoppelte Interaktion.

Zwar ist die von Storch und Tschacher vorgestellte Sicht der Kommunikation als reflexives, zirkuläres Geschehen nicht neu. Sie wurde vor allem von Paul Watzlawick bereits seit den siebziger Jahren vertreten. Aber mit der Embodiment-Forschung lässt sich nun konkret belegen, dass die Prozesse zwischen Körper und Geist immer zweigleisig ablaufen und das Emotionen bei allen Entscheidungen eine zentrale Rolle spielen.

Was bedeutet nun Embodiment für die Praxis der Kommunikation? Es wird Zeit, sich von allen Methoden zu lösen, die vom Körper und von Gefühlen abstrahieren. Der Körper spricht immer mit und transportiert seine Botschaft unverstellt, auch wenn diese im Widerspruch zu den gewählten Worten steht. Mit dem Fokus auf Körperkalibrierung hat das NLP bereits sehr früh den Erfolgsfaktor für eine verbesserte Kommunikation erkannt.

Eigenständig denken und gemeinsam Handeln

1. Juni 2015

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Etwas mehr Hirn, bitte, lautet die Aufforderung des Neurobiologen Gerhald Hüther, der mit seinem neuesten Buch zur Wiederentdeckung der Freude am Denken und der Lust am gemeinsamen Gestalten einlädt. Seine These: „Jedes Lebewesen kann das in ihm angelegte Potenzial nur in einem koevolutionären Prozess mit allen anderen Lebensformen zunehmend besser zur Entfaltung bringen.“

Hüther beschreibt das Gehirn des Menschen als lernfähiges bzw. neuroplastisches System, das sich selbst organisiert. In Auseinandersetzung mit der Umwelt können Menschen sich fortentwickeln und transformieren. Zudem ist der Mensch als einziges Lebewesen der Erde in der Lage, über sich selbst nachzudenken und zu sich selbst und der Welt neue Perspektiven einzunehmen.

Die Suche nach Erkenntnis, so Hüther, geht allerdings in die Irre, wenn Menschen Lebewesen mit den gleichen Maßstäben wie Maschinen messen und damit das Prinzip der Selbstorganisation aus den Augen verlieren.

Als kritische Entwicklungsmotoren betrachtet Hüther auch Prinzipien wie Wettbewerb, Druck oder übermäßige Spezialisierung. Denn „kein lebendes System existiert für sich allein„. Menschliche Potenzialentfaltung ist auf die Einbettung in soziale Systeme angewiesen. Menschsein braucht Autonomie und zugleich soziale Verbundenheit.

Coaching bleibt Megatrend der Weiterbildung

14. August 2012

Die managerSeminare-Umfrage zu Trainingsmethoden 2012 bestätigt den 2010 zum ersten Mal festgestellten führenden Stellenwert von Coaching im Methodenset der Weiterbildner.

Jeder dritte Trainer setzt Coaching bei seiner Arbeit immer ein, 42 Prozent aller Trainer verwenden die Methode häufig. Das Einzelcoaching ist das häufigste Coach-Setting, aber auch das Gruppen- und Teamcoaching nimmt zu.

Der Erfolg spricht für sich. Er beruht aber zum Teil auch auf einer Begriffsverschiebung. Immer häufiger wird heute Coaching genannt, was noch vor wenigen Jahren als klassische Supervision galt. Dafür spricht, dass Supervision, 2008 noch Top-Tool, 2010 an siebter Stelle, im Ranking inzwischen auf den zehnten Platz gerutscht ist.

Den zweiten und dritten Platz im Ranking belegen praxisorientierte Methoden wie Simulationen und Action Learning, gefolgt von Storytelling, einem neuen Trendformat.

Im Trend liegen seit zwei Jahren auch entspannungsorientierte Methoden. Mehr als jeder dritte Trainer nutzt sie häufig, fast jeder zweite nutzt sie ab und zu. Damit nimmt das Thema Entspannungsmethoden in der Liste der Top Ten den Platz direkt vor NLP-Formaten ein. Diese stehen an neunter Stelle.

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