Wie Worte Wirklichkeit werden

3. Januar 2012

„Achte auf Deine Worte, denn sie werden Wirklichkeit.“ Der Coach Joachim Schaffer-Suchomel hat zusammen mit Klaus Krebs in Du bist, was Du sagst unsere Sprache und die durch sie offenbarten Lebenseinstellungen untersucht. Denn Begriffe sind keine Beschreibungen der Realität, sondern, so seine  Formulierung, „Griffe“ mit denen wir das Leben „be-greifbar“ machen.

So gibt der Griff nach einem Wort Sicherheit und Richtung. Mit Sprache  erhalten unsere Gedanken und, daran anschließend, unsere Handlungen eine Form. Die Kehrseite: Die Bereitschaft zu alternativen Sichtweisen der Wirklichkeit nimmt ab. Ein Wort oder Ausdruck kann so einengend und mächtig werden, dass es selbst zur Wirklichkeit wird.

Ein Beispiel: Vielleicht glauben Sie, in einer bestimmten Situation „mit dem Rücken an der Wand“ zu stehen. Kulturell und auch für Sie persönlich signalisiert dieser Ausdruck Auswegslosigkeit. Sie fühlen sich wie gelähmt.

Schaffer-Suchomels Anregung: Ändern Sie den Blickwinkel. Wenn Sie mit dem Rücken zur Wand stehen, sind Sie von hinten gestützt und haben nach vorne Handlungsspielraum. Zwar gehört Mut zum Agieren. Doch was spricht gegen die „Flucht nach vorn“?

Du bist, was Du sagst ist eine unterhaltsame Anregung für alle, die sowohl ihre eigene Sprache als auch der anderen reflektieren möchten. Insbesondere Coachs sensibilisieren mit diesem Buch ihr Feingefühl für die Nuancen der Sprache und die unendliche Vielfalt an Lösungen, die sie bereit halten kann.


Lebensrollen in Balance bringen

1. Dezember 2011

Burnout – scheinbar das Wort des Jahres 2011. Und egal, ob es sich dabei um eine „Mode-“ oder „Ausweichsdiagnose“ handelt. Die Begeisterung der Öffentlichkeit für diesen Begriff zeigt, dass das Phänomen des Ausgebranntseins und der außerordentlichen Erschöpfung uns allen nicht unbekannt ist.

Was können Sie für sich tun, um Ihr Leben auszubalancieren? Um ein Gleichgewicht von Anspannung und Entspannung zu erzielen? Ein einfacher Weg des Ausgleichs ist das Austarieren von Lebensrollen.

Work-Life-Balance, das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben, liefert hierzu ein wichtiges Stichwort. Eine Ausgewogenheit der Lebensrollen erfordert allerdings ein feiner differenziertes Konzept – denn ausbrennen können Menschen auch privat.

Im Wesentlichen gilt es, drei Lebensrollen in ein persönliches Gleichgewicht zu bringen. Jeder Mensch braucht Raum für sein „Ich“, ein Mit-sich-selbst-sein ohne Anforderungen und Pflichten.  Jeder Mensch braucht auch Zeit für partnerschaftliche Beziehung. Und jeder Mensch braucht Lebensbezüge, in denen er leistet und Verantwortung übernimmt.

Wann immer Sie merken, dass eine dieser Rollen die anderen zu verdrängen droht, ist Ihre innere Balance in Gefahr. Am besten handeln Sie gleich und tarieren Ihre Lebensrollen neu aus.


Zur Lösung reisen

9. November 2011

Coaching als Haltung, als Kompetenz und als Prozess: Das sind die zentralen Aspekte des Coaching-Begriffs, die der Psychotherapeut und Teamtrainer Paul Lahninger in Reise zur Lösung präsentiert. Coaching ist für ihn erst in zweiter Linie Technik. In erster Linie bezeichnet es den wertschätzenden Umgang mit Menschen im Vertrauen auf ihre eigene Lösungskompetenz.

Die Schlussfolgerung: Coaching als Haltung kann jeder von uns einnehmen. In Coach-Haltung unterstützen wir Menschen, ihren Weg zu gehen und Lernerfahrungen zu machen. Die Voraussetzungen: Der Glaube an die Kompetenz des anderen und das Vertrauen auf seine Eigenverantwortung; ebenso eine kongruente eigene Persönlichkeit und die Fähigkeit zu Empathie.

Und auch die Methoden des Coachs sind nicht auf ein Berufsbild im engeren Sinne beschränkt. Coaching als Kompetenz ist der geschulte Umgang mit Worten und die Fähigkeit, mit Sprache Lösungen zu initiieren.

Bleibt die Frage, inwiefern uns Coaching als Prozess angeht. Jeder, der für Einzelne oder Gruppen und Teams die Verantwortung trägt, kann mit den Methoden der systemischen Lösungsorientierung leichter bessere Ergebnisse erzielen. Paul Lahningers Buch könnte auf diesen Reisen zur Lösung ein guter Begleiter sein.


Die Welt systemisch verstehen

5. Oktober 2011

Wie geht das: Die Welt systemisch zu verstehen? Mit Mehr von dem, was wirkt hat der Psychologe und Managementtrainer Paul Gamber die zentralen Aspekte der systemischen Lösungsorientierung leicht zugänglich auf den Punkt gebracht. Und dabei das NLP als systemischen Ansatz konsequent integriert.

Sein Gedanke:  Systemische Lösungsorientierung bezeichnet mehr als eine Methodensammlung für Coachs und Therapeuten. Systemisch Denken heißt, Veränderung zuallererst als Veränderung von mentalen Landkarten bzw. subjektiven Wirklichkeitskonstruktionen zu verstehen. Das NLP mit seinem Reframing-Ansatz zählt aus dieser Perspektive selbstverständlich zum systemischen Methodenspektrum.

Paul Gambers Buch ist aber nicht nur eine Einführung in das systemische Weltbild. Es ist auch ein Coach- oder Therapeuten-Handbuch, das die Methoden und Handwerkszeuge der systemischen Lösungsorientierung gut lesbar zusammenfasst und den Coaching-Prozess strukturiert. Empfehlenswert für alle, die sich gezielt in das systemische Coaching mit NLP einlesen wollen.


Mit Werten verändern

1. September 2011

Werte verändern die Welt. Das zeigen Don E. Beck und Christopher C. Cowan mit  Spyral Dynamics, einer Weiterentwicklung des Konzepts biosozialer Systeme von Clare W. Graves. Der Kern des Modells: Werte bestimmen die Weltsicht der Menschen und damit die Art und Weise, wie sie Probleme bewältigen. 

Jedes Wertesystem entwickelt sich aus dem Zusammenwirken von Lebensumständen und Problemen sowie entsprechender Lösungsstrategien. Innovative Lösungsstrategien ermöglichen die Bewältigung neugearteter Herausforderungen. Neue Herausforderungen wiederum erfordern aktualisierte Lösungsideen.

Das Spyral Dynamics-Modell zeigt, wie sich Werte, Überzeugungen und Welt-Konzepte evolutionär weiterentwickeln und aufeinander aufbauende und zugleich verschiedene Wertesysteme bilden. Beck und Cowan stimmen mit Graves in der Identifikation von bislang acht Wertesystemen überein.

Das Besondere der jüngsten zwei Werteysteme: Die Weltsicht der Menschen wird immer systemischer und zugleich holistischer. Wer diese Werteebenen erreicht hat, kann im Sinne eines Lernens zweiter Ordnung über sich selbst und die anderen Wertesysteme reflektieren.

Kurz und gut: Die Welt verändern heißt im Sinne von Spyral Dynamics vor allem, die eigenen Werte zu verändern.


Echte Fragen von Pseudo-Fragen unterscheiden

16. August 2011

Fragen sind das wichtigste Handwerkszeug, um Menschen zu Denkprozessen anzuregen und entwicklungsorientiert zu führen. Seien Sie allerdings vorsichtig mit Pseudofragen, die sich als Frage tarnen, im Grunde jedoch Selbstaussagen und Bewertungen sind.

Eine als Frage verkleidete Aussage, Suggestivfrage genannt, liegt immer dann vor, wenn Ihre Formulierung die von Ihnen gewünschte oder erwartete Antwort bereits nahelegt. „Meinen Sie nicht auch, dass wir mit dem Projekt zu langsam vorankommen?“ Da der Befragte nun Ihre Position kennt, wird er sich in seiner Antwort positiv oder negativ auf Ihre Meinung fokussieren.

Falls er überhaupt antworten wird. Denn Suggestivfragen haben oft den Charakter  rhetorischer Fragen. Da sie nur zur rhetorischen Verstärkung der eigenen Position eingesetzt werden, mobilisieren sie das Gegenüber nicht zu einer Stellungnahme.

Manche Suggestivfragen haben sogar die Macht von Killerfragen. „Können Sie wirklich so dumm sein?“ Mangels kommunikativer Alternativen kommt das Gespräch zum Stillstand und der Fragende erreicht das Gegenteil dessen, was mit einer guten Frage bewirkt werden kann.

Echte Fragen setzen eben echtes Interesse am anderen und an seiner Antwort voraus.


Mit Fragen spiegeln oder erweitern

1. Juli 2011

Wer fragt, der führt. Und wer führt, braucht das Wissen wohin. Umso wichtiger, die Dynamik unterschiedlicher Fragen zu verstehen. Wie setzen Sie geschlossene und offene Fragen zielführend ein?

Eine geschlossene Frage ist so formuliert, dass als korrekte Antwort entweder ein „ja“ oder ein „nein“ , allenfalls Unentschlossenheit zwischen zwei Optionen zu erwarten ist.  „Nehmen Sie an der Veranstaltung teil?“ Sie eignet sich daher besonders, um klar und knapp eine Bestätigung oder Zustimmung beziehungsweise das Gegenteil davon zu erlangen.

Ein weiterer Nutzen: Mit geschlossenen Fragen können Sie die Aussage Ihres Gegenübers sprachlich spiegeln und feststellen, ob sie ihn richtig verstanden haben. „Sie glauben also, dass wir nicht genug Zeit für die Fertigstellung des Projekts eingeplant haben?“

Wundern Sie sich allerdings nicht, wenn ihr Gegenüber dann Ihrer fast wörtlichen Wiederholung seiner eigenen Aussage widerspricht. „Nein, das würde ich so nicht sagen.“ Durch Ihr bewusstes Spiegeln hat er in diesem Moment sein eigenes Denken schon weiterentwickelt oder präzisiert.

Eine offene Frage lädt dagegen zu einer ausführlichen Beantwortung ein. „Wie läuft Ihr aktuelles Projekt?“ Diese Art Frage kann viele interessante Details liefern und zeigen, in welche Richtung der Befragte seine Gedanken lenkt.

Offene Fragen tragen darüber hinaus zur Erweiterung von Denkperspektiven bei. Und eine klug gestellte offene Fragen regt Lern- und Zielentwicklungsprozesse an.“Welche Ziele verbinden Sie mit diesem Projekt und wie reihen sich diese in Ihre langfristige Strategie ein?“

Fangen Sie an, mit Fragen zu spielen. Ihr Gegenüber freut sich über Ihr Interesse und honoriert die Anregungen, die Ihre Fragen ihm bieten.


Den Coaching-Markt kennen

1. Juni 2011

Seit nunmehr neun Jahren publiziert der Deutsche Bundesverband Coaching  in Zusammenarbeit mit Jörg Middendorf jährliche Coaching-Umfragen. Im Jahr 2010 haben genau 367 Coachs an der vor kurzem veröffentlichen Umfrage teilgenommen.

Die Ergebnisse der Umfrage: Nach einem krisenbedingten Verfall der Honorare im Jahr 2008 ist jetzt wieder eine sechsprozentige Steigerung der Stundensätze festzustellen. Die durchschnittliche Anzahl der Coaching-Prozesse pro Jahr hat dagegen abgenommen. Parallel dazu stieg der Anteil des Coachings an der Jahresarbeitszeit eines Coachs von 28,8 Prozent auf 33,8 Prozent an.

Auch zu verzeichnen: Das Interesse an „beobachtbaren Effekten“ im Coaching wächst. Das gilt sowohl für die Coachs selbst als auch für die Klienten, die evaluierte Coachings mit einem höheren Stundenpreis honorieren.


Sprachspiele betreiben

1. Mai 2011

Richtig oder falsch? Wahr oder unwahr? Gerne benutzen wir Sprache so, als ob es eindeutige Antworten auf diese Fragen gäbe. Dabei können wir in den meisten Lebenslagen eigentlich nur wissen, was besser und was schlechter funktioniert.

Denn Sprache kann nicht die Welt abbilden, sondern nur „Landkarten“ konstruieren, um mit der Welt umzugehen. Sprache beschreibt also nicht Wirklichkeit, sondern  konstruiert sie. Der Philosoph Wittgenstein nennt unsere Wirklichkeitskonstruktionen mit Worten und Sätzen „Sprachspiele“.

Wie jedes andere Spiel auch, funktionieren Sprachspiele nach gewissen Regeln. Diese werden von den Mitspielern anerkennt und aktiv genutzt. Natürlich gibt es immer Menschen, die  nach anderen Regeln spielen, oder Phasen,  in denen etablierte Regeln ihre Allgemeingültigkeit verlieren.

Was das mit Ihnen zu tun hat? Sie haben jederzeit die Freiheit, Ihr eigenes Sprachspiel zu spielen. Das problemorientierte Spiel zum Beispiel fragt danach, was nicht gut funktioniert, wo die Ursache dafür zu finden ist und wer vermutlich Schuld daran trägt. Das systemisch-lösungsorientierte Spiel dagegen betont, was bereits erfolgreich läuft, kreiert neue Visionen und motiviert, an deren Umsetzung teilzuhaben.

Ob die von Ihnen geschaffenen Lösungen oder Visionen richtig ist? Entscheiden Sie selbst.


Im Kontakt Wirkung erzielen

1. April 2011

Immer mehr Menschen erkennen für sich, dass beruflicher Erfolg die Fähigkeit  zu wirkungsvoller Kommunikation voraussetzt. Sie begeben sich daher auf die Suche nach Werkzeugen, mit denen sie andere führen, begeistern und motivieren können.

Doch nicht jedes Tool hält in der praktischen Anwendung, was es verspricht. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ein Gesprächspartner ist kein statisches Werkstück, an dem mit sprachlichen Mitteln Wirkung erzeugt werden kann. Die Metapher eines kommunikativen Werkzeugkastens trägt im menschlichen Miteinander nur sehr bedingt.

Denn Kommunikation ist ein reflexiver Prozess, dessen Wirkung durch beide Gesprächspartner gemeinsam entsteht.  Sprachliche Tools erzielen gewünschte Erffekte nur dann, wenn sich ihr Anwender flexibel und empathisch auf sein Gegenüber einstellen kann.

Üben Sie also vor allen Dingen, Ihren Gesprächspartner gut wahrzunehmen. Bauen Sie guten Kontakt – in NLP-Sprache Rapport – zu ihm auf und üben Sie Pacen, das (körper-)sprachliche Einschwingen auf das Tempo und die Stimmung des anderen.  Auch ohne bewusst eingesetzte Werkzeuge werden Sie erstaunlich erfolgreich sein.


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